Nachhaltige ETFs: Auswahl nach SRI und ESG Regeln; Frau unter Herbstbäumen

Nachhaltige ETFs – wie funktioniert die Auswahl grüner Investments?

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11. Dezember 2020 // Nachhaltigkeit

Eine Geldanlage mit Rendite – und mit Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Das ist längst ein wichtiger Aspekt für viele Anleger.

Die Erwartung: das angelegte Geld soll solide Gewinne abwerfen, diese sollen aber nicht durch fragwürdige Geschäftsmodelle, unlautere Praktiken oder schlechte Arbeitsbedingungen erzielt werden. Nachhaltigkeit (einfach erklärt und Beispiel) ist das Stichwort, das auch beim Investieren mit ETFs immer wichtiger wird.

Das unterstreichen Zahlen des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), in dem viele Fondsgesellschaften organisiert sind: Die Branchenexperten vermerkten für das erste Halbjahr 2020 einen extrem starken Zufluss bei nachhaltigen Fonds: 7,2 Milliarden Euro flossen in den ersten sechs Monaten zusätzlich in diese grünen Geldanlagen - betroffen waren sowohl ETF und aktiv gemanagte Investmentfonds. Im gleichen Zeitraum wurde aus herkömmlichen Fonds ein großer Betrag abgezogen: ein Minus von 3,4 Milliarden Euro.

Grafik Nachhaltige Fonds - zu- und Abflüsse 2020

Nachhaltig Geld anlegen – mehr als ein Trend?

Weil das Thema Nachhaltigkeit derzeit so stark in der Diskussion ist – vielleicht auch vorangetrieben durch das Engagement der Fridays for Future Bewegung und der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg - stellt sich die Frage: Ist grüner und nachhaltig Investieren nur ein Trend, der bald wieder verschwindet?

Dagegen sprechen die zahlreichen staatlichen Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit. So gibt es für den Bereich Klimaschutz den erklärten Willen, mit dem Pariser Klimaschutz-Abkommen die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Die EU entwickelt dazu einen “Green New Deal”. Ihr Ziel: Technologien geschickt für den Umwelt- und Ressourcenschutz zu nutzen.

Und die Vereinten Nationen verständigten sich 2015 auf die sogenannte Agenda 2030. Inhalt: 17 konkrete Nachhaltigkeitsziele für die weltweite Entwicklungspolitik. Oft werden diese 17 Punkte auch nach dem englischen Begriff “Sustainable Development Goals” (SDG) bezeichnet. Dazu gehören z.B. Werte wie “Keine Armut”, “Kein Hunger”, “Geschlechtergleichheit” sowie “Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum”.

Der politische Willen zu mehr Nachhaltigkeit und den 17 SDG-Zielen ist also deutlich. Deswegen wäre es sicher falsch, hier von einem kurzfristigen Trend auszugehen, der in einigen Jahren keine Bedeutung mehr hat.

Damit stellt sich konkret die Frage: Wie kann man nachhaltig Geld anlegen? Orientiert man sich dazu an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030? Muss man jedes einzelne Unternehmen beleuchten bevor man sich entschließt, zu investieren?

ESG, SRI und SDG – auf diese Abkürzungen kommt es an

Die entwicklungspolitischen Ziele der Weltgemeinschaft für 2030, die 17 SDG, lassen sich nur schwer für das Thema Geldanlage und die Beurteilung von Unternehmen verwenden. Schließlich soll es beim Thema nachhaltig investieren nicht nur darum gehen, die Hersteller von Windkraftanlagen, Solarenergie-Panels oder Elektroauto-Hersteller Tesla ins Portfolio aufzunehmen, sondern auch klassische Unternehmen in anderen Branchen zu identifizieren, die das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Firmenalltag und ihrer Geschäftspolitik umsetzen.

In diesem Zusammenhang fallen neben SDG in den Bezeichnungen für nachhaltige ETF immer auch die Abkürzungen ESG und SRI. Was bedeutet das?

ESG steht für die Begriffe Environmental (Umwelt- und Klimaschutz), Social (Soziales Handeln) und Governance (ethische Unternehmensführung). Konkret beinhaltet das also Aspekte wie Energieeffizienz, CO2-Emissionen, sorgsamer Umgang mit Wasser, faire Bezahlung, Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Gesundheitsschutz, Transparenz, Chancengleichheit und Bekämpfung von Korruption.

SRI ist eine gängige Abkürzung für ethisches Investieren. Die Buchstaben SRI stehen für “Socially Responsable Investment”. Die Investmentbank Morgan Stanley hat ihn für die Zusammenstellung von MSCI Aktienindizes entwickelt. Die Idee dahinter: Ein Index mit dem Zusatz SRI soll insbesondere Unternehmen auflisten, die sich um eine möglichst weitreichende Orientierung der ESG-Kriterien bzw. Regeln in ihrer Geschäftspraxis orientieren. Dies geschieht über Scores oder Ratings. Dabei wird auch die Branche betrachtet und mit einer Bewertung belegt. Nur wer gut abschneidet, taucht so im SRI-Index auf.

MSCI SRI: Welche Firmen sind ausgeschlossen?

Allerdings gibt es K.O.-Kriterien für Unternehmen, die sich auf bestimmte umstrittene Geschäftsmodelle konzentrieren. Nicht im Index berücksichtigt werden kann demnach:

  • wer an Produktion, Vertrieb oder Verkauf umstrittener Waffensysteme beteiligt ist. Zu solchen geächteten Waffen z.B. gehören Clusterbomben, Landminen, biologische und chemische Kampfstoffe.
  • wer an der Produktion von Atomwaffen mitwirkt (auch als Zulieferer) oder als Tabakproduzent gilt.
  • wer seinen Umsatz zu 5 Prozent oder mehr aus Tabakvertrieb bzw. der Produktion von alkoholischen Getränken, Gentechnik, Pornofilmen, konventionellen Waffen oder der Beteiligung an Glücksspielunternehmen erzielt.
  • wer als Energieunternehmen 5 Prozent oder mehr der gewonnenen Energie aus Atomkraft generiert. Gleiches gilt für Unternehmen, die an der Produktion von Kernenergie einen Anteil von 5 Prozent oder mehr haben.
  • wer 15 Prozent oder mehr seines Umsatzes mit Vertrieb oder Verkauf von alkoholischen Getränken, Pornografie, Waffen, Glücksspiel oder Atomenergie verdient.
  • wer 30 Prozent oder mehr seines Umsatzes mit dem Abbau und Verkauf von Kohle oder dem Betrieb von Kohlekraftwerken erwirtschaftet.

Was sind nachhaltige ETFs?

Wer nachhaltig investieren will, aber lieber nicht alles auf eine Aktie oder ein Unternehmen setzt, für den sind nachhaltige ETFs eine gute Wahl. Auch der Robo-Advisor growney setzt bei nachhaltigen Investmentstrategien auf solche ETFs.

Welche ETFs nachhaltig sind, erkennen Sie dabei in der Regel schon am Namen. So replizieren viele passive Fonds auf einen MSCI SRI-Index. Damit gelten für die im ETF abgebildeten Werte die SRI-Kriterien für ethisches Investieren. Dies gilt beispielsweise für alle Aktien-ETFs, die growney bei der Zusammenstellung von ETF Portfolios verwendet (zur Funktionsweise von ETF).

Wer jetzt bei Portalen wie extraETF oder justETF danach sucht, welche ETF nachhaltig sind, wird schnell feststellen, dass sich schnell eine dreistellige Anzahl an Fonds findet, die Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Nun beginnt für den Anleger, der auf Fondssparen setzt, die schwierige Auswahl: Soll er bestimmte nachhaltige ETF testen? Sehen sich bestimmte nachhaltige ETF Kritik ausgesetzt, etwa weil die Kriterien der Auswahl nicht klar definiert sind? Und wie sieht das mit den konkreten ETF-Kosten aus?

Genau da setzt unser Service an: Einfach. Erfolgreich. Anlegen. Auch wenn es um eine nachhaltige Geldanlage geht.

Nachhaltige ETF: Sparplan, Einmalanlage, Auswahl

Mit unserem Robo-Advisor ermitteln wir zunächst einmal die passende Anlagestrategie für Sie. Nachhaltig investieren bedeutet ja auch, dass die Geldanlage zu Ihnen und Ihren Zielen passen muss. Dabei stellen wir für Sie ein Portfolio an nachhaltigen ETFs zusammen - für Aktien und Anleihen (grüne Anleihen werden auch als Greenbonds bezeichnet). Da wir auf passive ETFs setzen, schlagen sich Änderungen im SRI-Index auch direkt in Ihrem Portfolio nieder. Beispielsweise wenn Unternehmen die Kriterien nicht mehr erfüllen oder andere Firmen stärker bei Nachhaltigkeit punkten.

Bei der ETF Auswahl beachten wir aber nicht nur das Thema Nachhaltigkeit, sondern auch die Kosten oder das Fondsvolumen. Und: Für Ihr growney Portfolio prüfen wir regelmäßig, ob die ETFs überhaupt noch zu Ihren Anlagezielen passen oder ob es hier relevante Änderungen gab. Einmal im Jahr wird zusätzlich ein Rebalancing vorgenommen - das gilt für klassische Anlagestrategien wie auch für nachhaltige ETFs.

Diesen Service gibt es schon ab einer Einmalanlage von € 500 – oder auch als ETF-Sparplan ab € 25 im Monat.



Die richtige Anlagestrategie für Sie? Lassen Sie sich beraten.


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