Definition

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds. Es handelt sich dabei um Fonds, die wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Die klassische Version ist ein ETF auf einen Aktienindex. Mit solchen ETFs können Sie an der Wertentwicklung des DAX oder anderen populären Aktienindizes (S&P 500, FTSE, CAC 40, Nikkei 225, MSCI World, u.v.m.) eins zu eins teilhaben. Des Weiteren gibt es zahlreiche ETFs, die einen Anleihen- oder Rohstoffindex abbilden.

ETF-Strategie

In den meisten Fällen verfolgen ETFs eine passive Strategie, sie bilden also einfach einen Index nach. Gegenüber aktiven Strategien, wie z.B. bei aktiv verwalteten Aktienfonds, die bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien die entsprechenden Unternehmen mit großem Kostenaufwand analysieren, ist die Verwaltung eines ETFs aufgrund der passiven Strategie viel günstiger. Dies macht sich auch an den Gebühren bemerkbar. Die Kosten für ETFs sind sehr übersichtlich als Total Expense Ratio (TER – Gesamtkostenquote) angegeben. Dies sind die Kosten, die Sie jährlich für die Verwaltung eines ETFs an den ETF-Anbieter zahlen müssen.

Vor- und Nachteile von ETFs

Vorteile:

  • Diversifiziertes Investment auch bei kleineren Anlagesummen möglich
  • günstig
  • transparent

Nachteile:

  • keine Stimmrechte
  • Kontrahentenrisiko bei synthetischen ETFs oder physischen ETFs die Aktienleihe betreiben (das sind die meisten)

Vor- und Nachteilen von ETFs einfach erklärt

Die großen Vorteile von ETFs gegenüber anderen Wertpapieren sind die breite Streuung (Diversifikation) zu sehr günstigen Konditionen. Wer bevorzugt in einzelne Aktien investiert, der wird es schwer haben, sein Vermögen günstig zu streuen. Denn bei jedem einzelnen Aktienkauf fallen Brokergebühren und weitere Kosten an.

Fondsmanager von Aktienfonds investieren in mehrere Aktien und bieten daher ebenfalls ein breit gestreutes Finanzprodukt an. Die Gebühren von aktiv verwalteten Aktienfonds sind im Schnitt aber viel höher als die von ETFs. Für solche Investmentfonds muss man häufig beim Kauf einen Ausgabeaufschlag von 3 – 5 % des investierten Vermögens als Gebühr zahlen und zusätzlich jährlich 2 – 3 % Verwaltungsgebühr. Es gibt zwar Fonds, die weniger verlangen, doch bei den meisten Investmentfonds liegen die Werte in dieser Spannbreite. Die jährlichen Kosten von ETFs liegen in der Regel zwischen 0,05 und 0,5 % und einen Ausgabeaufschlag gibt es bei ETFs in der Regel nicht.

Neben den Kosten, die bei Investmentfonds deutlich höher sind, schneiden aktiv verwaltete Aktienfonds bei der Performance meist schlechter als vergleichbare ETFs ab. Neben wissenschaftlichen Studien, wie die von Burton G. Malkiel (Princeton University) und die von Eugene F. Fama (University of Chicago) und Kenneth R. French (Dartmouth College), zeigen ebenfalls die jährlich veröffentlichten Zahlen von SPIVA (S&P Indices Versus Active), dass nur eine geringe Anzahl an Aktienfonds es schaffen, über mehrere Jahre die Performance eines Vergleichsindizes wie dem DAX zu schlagen. Vor allem unter Berücksichtigung der hohen Gebühren von Aktienfonds, bleiben somit nur sehr wenige übrig, die langfristig höhere Renditen als vergleichbare Aktienindizes abwerfen.

Aufgrund der geringen Gebühren und der guten Performance von ETFs, eignen sie sich besonders gut für die Altersvorsorge, z.B. über einen ETF Sparplan. Wer gerne vom Erfolg deutscher Unternehmen profitieren möchte, der kann über einen solchen Sparplan regelmäßig in einen DAX-ETF einzahlen, wer lieber global aufgestellt sein möchte, für den eignet sich ein ETF auf den MSCI World.

Da ETFs einen Index nachbilden, ist die Anlagestrategie völlig transparent. Bei ETFs, die nicht ausschließlich direkt in die zugrundeliegenden Titel des Index investieren (synthetische ETFs), wird die Zusammenstellung des Portfolios regelmäßig veröffentlicht.

Wie auch bei Aktienfonds, gibt man bei einem Kauf von ETFs auf Aktien die Stimmrechte für die Unternehmen an den ETF-Anbieter ab, in die der ETF investiert. Wer gerne sein Stimmrecht auf der jährlichen Hauptversammlung ausüben möchte, für den ist der direkte Kauf einer Aktie der einzige Weg. Jedoch muss man für die Ausübung des Stimmrechtes berücksichtigen, dass man stets über die Lage des Unternehmens informiert sein sollte und man für die Teilnahme an der Hauptversammlung auf eigene Kosten anreisen muss.

Wie funktioniert die Nachbildung eines Index?

Gegenüber physisch replizierenden ETFs, die das verwaltete Vermögen direkt in die Aktien des zugrundeliegenden Index investieren, bildet ein synthetisch replizierender ETF die Wertentwicklung über Derivate ab. Dieses Derivate-Geschäft wird über Kontrahenten abgewickelt, so dass bei einem Ausfall des Kontrahenten ein Teil des verwalteten Vermögens im schlimmsten Fall betroffen wäre. Jedoch ist der Anteil, der in Derivate investiert werden darf, gesetzlich auf 10 % beschränkt und in der Regel sind synthetische ETFs zu einem weitaus höheren Anteil als 90 % mit Wertpapieren oder Bankguthaben besichert.

Eine weitere Form der Replikation ist das Sampling. Hier wird der Index zwar über eine physische Replikation abgebildet, doch investiert der ETF das Vermögen nicht in alle dem Index zugrundeliegenden Titel. Gerade bei Indizes mit einer sehr großen Anzahl an einzelnen Titel, wie z.B. beim MSCI World, der mehr als 1600 Titel enthält, wäre der Kauf aller Titel mit hohen Kosten verbunden. Daher wird die Auswahl der Titel so optimiert, dass mit einem Teil der in Index enthaltenen Titel die Entwicklung bestmöglich erreicht wird. Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Replikationsmethoden finden sie in unserem Artikel: ‘[ETF: synthetische vs. physische Replikation]()‘.

Wie kann man mit einem ETF Geld anlegen?

Um im ETFs kaufen zu können, benötigt man ein Wertpapier-Depot. Das ist eine Art von Konto, auf dem Wertpapiergeschäfte abgewickelt werden. Diese Dienstleistung wird von Banken und, zu meist etwas günstigeren Konditionen, von Online-Brokern angeboten. Die endgültige Auswahl von ETFs sollte dann anhand von Faktoren wie Performance, Gebühren und vor allem der Risikoneigung des Anlegers erfolgen. Laut einer wissenschaftlichen Studie von Shlomo Benartzi (UCLA) und Richard H. Thaler (University of Chicago) schaffen es jedoch die wenigsten Anleger sinnvoll zu diversifizieren und dabei ihrer Risikoneigung gerecht zu werden.

Für Anleger, die nicht viel Zeit in die Auswahl von ETFs und die Durchführung einer zur Risikoneigung passenden Anlagestrategie stecken möchten, sind Robo-Advisor die optimale Alternative zur eigenständigen Investition. Denn die Auswahl an ETFs wird einem bei Robo-Advisors abgenommen und die Risikoneigung von Anlegern wird berücksichtigt, da vor der Empfehlung und Durchführung einer Anlagestrategie diese über einen Fragebogen abgefragt wird.







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