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Alt und gesund – mit genügend Geld geht’s besser

29. April 2020

Die Menschen leben immer länger und sind dabei gesünder als noch vor 20 Jahren – schön! Doch gleichzeitig sinkt das Niveau der gesetzlichen Rente. Wie kann es gelingen, im Alter trotzdem keine Abstriche machen zu müssen?

Zusammen sind sie 162 Jahre alt: 81 Jahre Manfred, 81 Jahre Jürgen. Die in Surferkreisen äußerst bekannten und beliebten Charchulla-Zwillinge sind so etwas wie die Prototypen der „jungen Alten“. Gesund, fit und umtriebig führen die beiden auch heute noch ihre Surfschule auf der Ostseeinsel Fehmarn. Ruhestand? Kommt für sie nicht infrage.

Manfred und Jürgen Charchulla müssen sich als weiterhin arbeitende selbstständige Unternehmer wohl kaum um ihre Rente sorgen. Doch viele, die den beiden nacheifern möchten, aber nicht bis zu ihrem Lebensabend arbeiten wollen oder können, sollten sich die Frage stellen, ob sie für später ausreichend vorsorgen.

Lebenserwartung steigt, Rente sinkt

Denn die Lebenserwartung in Deutschland steigt stetig – und damit das, was Fachleute „Langlebigkeitsrisiko“ nennen. Studien zeigen, dass zum Beispiel statistisch gesehen jedes dritte heute hierzulande geborene Mädchen 100 Jahre alt werden wird. Und: „Wer heute mit 65 Jahren in Rente geht, hat statistisch noch 20,8 Jahre zu leben“, sagt Rembrandt Scholz vom Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Dazu kommt, dass auch das gesundheitliche Wohlbefinden im Alter seit Jahren zunimmt. Das haben unter anderem Wissenschaftler der Berliner Humboldt-Universität beobachtet.

Ein längeres und gesünderes Leben – das klingt super und ist es auch, kostet aber natürlich eine Menge Geld. Nach der letzten Erhebung des Statistischen Bundesamts betragen die tatsächlichen Lebenshaltungskosten in Deutschland für einen Ein-Personen-Haushalt 1.629 Euro im Monat. Das muss erst einmal verdient werden.

Mit der Hälfte des Einkommens auskommen?

Sich bei der Altersvorsorge ganz auf die gesetzliche Rente zu verlassen, ist keine gute Idee mehr. Bereits heute liegt das Rentenniveau nach 45 Beitragsjahren bei lediglich 48,1 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens. Das bedeutet: Beträgt das jährliche unversteuerte Nettoeinkommen entsprechend dem Durchschnittsverdienst 2018 in Deutschland 35.376 Euro, bleiben als Rente nach aktuellem Stand rund 17.016 Euro pro Jahr übrig – monatlich knapp 1.418 Euro, die dann unter Umständen auch noch versteuert werden müssten.

Angesichts des demografischen Wandels – immer mehr Rentner müssen durch immer weniger arbeitende Menschen finanziert werden – ist anzunehmen, dass das Rentenniveau in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter absinken wird. Und mal ehrlich: Wer kommt denn auch heute schon mit weniger als der Hälfte seines derzeitigen Einkommens gut aus? Eben.

Zu wenig private Vorsorge

Die Angst vor Altersarmut ist also durchaus berechtigt. Bereits 2019 galt jeder fünfte Rentnerhaushalt in Deutschland als armutsgefährdet: Hier müssen Alleinstehende von weniger als 999 Euro pro Monat, Paare für unter 1.499 Euro im Monat (über-)leben. Auch die Grundrente, die derzeit diskutiert wird, hilft nicht – sie unterstützt hauptsächlich Geringverdiener und Menschen mit Brüchen in ihrer Erwerbsbiografie. Für ein wirklich komfortables Auskommen im Alter sorgt sie keinesfalls.

Dazu kommt: Forscher haben herausgefunden, dass Geld auch Gesundheit bedeutet – je höher die Rente, desto höher die Lebenserwartung. So haben Wissenschaftler des Londoner University College die sozioökonomischen Faktoren, die die Lebenserwartung beeinflussen, anhand von mehr als 25.000 Probanden aus Großbritannien und den USA in einer Langzeitstudie untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass über alle Altersgruppen hinweg der wichtigste sozioökonomische Vorteil der Wohlstand war. Sprich: Wer sich um seine Finanzen keine Sorgen machen muss, lebt länger und gesünder.

Trotzdem erfreuen sich staatlich geförderte oder komplett private Rentenversicherungen weiterhin nur geringer Beliebtheit. Das liegt sicherlich einerseits an der Unsicherheit darüber, welches der vielen Angebote auf dem Markt wirklich gut ist – andererseits aber auch an den teilweise sehr hohen Kosten, die bei einer privaten Rentenversicherung anfallen. Und so gab es nach einer aktuellen Statista-Umfrage im Jahr 2019 nur in 16,34 Millionen deutschen Haushalten eine private Rentenversicherung – eine Zahl, die übrigens seit 2015 weitgehend gleichgeblieben ist.

Alt, wohlhabend und gesund – so kann’s klappen

Was also tun? Privat für die Rente zu sparen ist angesichts der niedrigen oder gar negativen Zinsen nicht mehr so einfach wie früher. Sparbücher, Tagesgeld- und Festgeldkonten bringen heutzutage so wenig ein, dass sie in den meisten Fällen nicht einmal mehr die Inflation ausgleichen können – das Geld verliert an Wert, anstatt sich zu vermehren. Man könnte es ebenso gut unters Kopfkissen legen.

Der Anteil derer, die in Aktien oder Aktienfonds investieren, um ihr Geld zu vermehren und vielleicht auch für das Rentenalter vorzusorgen, ist ebenfalls gering. Lediglich 5,4 Prozent des deutschen Geldvermögens entfielen 2018 auf Aktien, 3,3 Prozent auf Aktienfonds, hat das Deutsche Aktieninstitut ermittelt. Aktien gelten vielen noch immer als risikobehaftete Anlage – was nicht ganz falsch ist, da Aktienmärkte zu Schwankungen neigen. Aber Aktien bieten eben auch das höchste Renditepotenzial.

Ein Weg, von den Chancen auf den Aktienmärkten zu profitieren, aber dabei die Risiken möglichst klein zu halten, kann die Anlage in Exchange Traded Funds (ETFs) sein. Diese börsengehandelten Fonds bilden in ihrer Zusammensetzung jeweils einen bestimmten Aktienindex nach, zum Beispiel den Dax oder den Weltaktienindex MSCI World. Der Vorteil: Durch die Vielfalt der im Index enthaltenen Papiere wird das Verlustrisiko deutlich reduziert.

Besser investieren mit ETFs

Und im Gegensatz zu Aktienfonds, die kontinuierlich und aktiv durch Fondsmanager betreut werden, fallen für ETFs vergleichsweise geringe Gebühren an. Denn hier müssen ja keine Fondsmanager mitbezahlt werden. Diesen gelingt es zudem nur in seltenen Ausnahmefällen, längerfristig „den Markt zu schlagen“ – also mit dem eigenen Fonds eine bessere Wertentwicklung hinzulegen als der entsprechende Vergleichsindex.

„Wer für seine Rente sparen möchte, kann das mit ETFs auch kontinuierlich tun: Ein Sparplan ist bei uns bereits ab einem Euro im Monat möglich“, erklärt Gerald Klein, Gründer und CEO des Robo-Advisors growney. Wer zum Beispiel von seinem 20. Geburtstag an jeden Monat 100 Euro einzahlt, kommt mit 67 bei einer Anlage in die zwischen Aktien und Anleihen ausgewogene Investmentstrategie grow50 bei überdurchschnittlicher Wertentwicklung auf eine monatliche Auszahlung von 2.266 Euro. Bei einer durchschnittlichen Entwicklung sind es noch 1.347 Euro – und selbst dann, wenn diese unter dem Durchschnitt bleibt, immer noch 805 Euro.

Zum Rentenrechner von growney

Zusammen mit der gesetzlichen Rente und gegebenenfalls auch mit einer zusätzlichen betrieblichen Altersvorsorge kann so eine Rente herauskommen, mit der es sich im Alter gut leben lässt. Und wer weiß – vielleicht machen Sie dann ja auch noch einen Kurs in der Surfschule der Charchullas auf Fehmarn!

Über den Autor

Prof. Dr. Dietmar Hillebrand // Wissenschaftlicher Berater von growney

Bei der Asset Allokation und Fondsauswahl arbeitet growney eng mit Prof. Dietmar Hillebrand zusammen. Er ist Leiter des Steinbeis Transferzentrums Quantitative Finance und Professor für Wirtschaftsmathematik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Sein großes Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für Privatanleger nutzbar zu machen.

Prof. Dr. Dietmar Hillebrand


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