Was sind Negativzinsen (bzw. Strafzinsen), Mann schaut auf Aktienkurve
 
 

Zahlen Sie Negativzinsen bei Bank oder Sparkasse?

Für Sparer eine bittere Nachricht: Immer mehr Banken und Sparkassen verlangen Negativzinsen für Guthaben auf den Konten.

Umgangssprachlich werden solche Negativzinsen auch als Strafzinsen bezeichnet. Regelmäßig werden lange Listen von Banken und Sparkassen veröffentlicht, die Negativzinsen von ihren Kunden verlangen. In Deutschland sind das teilweise mehr als 300 Institute.

Was sind Negativzinsen einfach erklärt?

Bei Negativzins erhält ein Bankkunde von seiner Bank (oder Sparkasse) weniger Geld zurück als er bezahlt hat.

Beispiel:

Wer € 200.000 auf dem Bankkonto hat, hätte bei einem Negativ (oder Strafzins) von -0,5 % p.a. nach einem Jahr nur noch € 199.000 auf dem Konto. Das Geld wird also weniger, weil Sparkassen oder Banken einen Negativzins ansetzen. In diesem Strafzins-Beispiel sind € 1.000 mal eben weg!

Hintergrund dieser Zinsentscheidung ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Denn auch die verlangt Negativzinsen. So definiert die EZB einen sogenannten Einlagenzins. Zu diesem Zinssatz können Kreditinstitute (wie Banken oder Sparkassen) ihr Geld bei der Zentralbank einlagern. Auch dieser Zins ist schon seit Jahren negativ. Das bedeutet: Lagern Banken oder Sparkassen bei der EZB Geld ein, bekommen sie garantiert weniger Geld zurück.

So teuer sind Strafzinsen

In ihrer Geschäftspolitik geben die Banken und Sparkassen das an ihre Kunden weiter - dadurch sind in der Frage “Wer zahlt Strafzinsen?” immer mehr Sparer in Deutschland betroffen. Manche Kreditinstitute versuchen die Negativzinsen auch durch Gebühren zu verschleiern, etwa durch die Einführung von Kontoführungspauschalen oder andere Zusatzkosten.

Beispiele für Strafzinsen

Beispiele für solche Vertragskonstruktionen, in denen de facto Strafzinsen anfallen:

  • Auf dem Tagesgeldkonto bei einer Sparkasse werden 0,1 % Zinsen p.a. gezahlt - solange das Guthaben unter € 50.000 bleibt. Die Sparkasse verlangt neuerdings eine Kontopauschale von € 2 pro Monat. Bei einem Guthaben von € 20.000 würde das Geld so weniger. In diesem Beispiel gibt es zwar € 20 Zinsen pro Jahr (0,1 % von € 20.000), zugleich fallen aber in diesen zwölf Monaten € 24 Gebühren an (12 x € 2). Von den € 20.000 sind nach einem Jahr nur noch € 19.996 übrig.

Strafzins bzw. Negativzinsen bei Banken und Sparkassen; Grafik Vergleich Tagesgeld

  • Auf dem Sparbuch einer deutschen Bank werden zwar keine Zinsen gezahlt, aber auch keine Negativzinsen verlangt. Der Zinssatz beträgt also 0,0 % p.a. Auf monatliche Gebühren verzichtet die Bank, aber für die Zusendung des jährlichen Kontostands werden € 1,90 berechnet. Auch in diesem Beispiel wird das gesparte Geld Jahr für Jahr weniger: Von € 1.000 auf dem Sparbuch bei der Bank sind nach 12 Monaten nur noch € 998,10 übrig - de facto gilt für den Bankkunden ein Negativzins.

Negativzinsen bzw. Strafzins bei Banken und Sparkassen; Grafik Sparkonto Vergleich

Was tun bei Negativzinsen?

Umstritten ist immer wieder, ob Banken und Sparkassen in bestehenden Verträgen einen Negativzins einführen dürfen. Manche Banken drohen mit Kontokündigung wenn Kunden nicht die neuen Bedingungen (inkl. Strafzinsen) akzeptieren. Oft geht der Streit um Negativzinsen auch vor Gericht.

Verbraucherschützer kritisieren Banken und Sparkassen oft dafür. Argumentiert wird dabei oft damit, dass ein Strafzins dem ursprünglichen Zweck eines Sparvertrags oder Tagesgeldkontos zuwiderläuft. Bei Sparkassen wird außerdem häufiger ihr Sonderstatus und eines sich darauf ergebenden Grundversorgungsauftrag angeführt.

Solch ein Prozess im Streit um Negativzinsen kann sich allerdings monate- oder jahrelang hinziehen. Noch dazu können Kosten entstehen bis irgendwann ein Urteil zu Negativzinsen gefällt wird, eventuell mit dem Risiko, dass der Rechtsstreit dann in die nächsthöhere Instanz geht und sich der Streit um Negativzinsen weiter hinzieht.

Wenn der Fall “Bank oder Sparkasse verlangt Negativzinsen” eintritt, ist es also für Kunden oft die beste Wahl, sich eine einfach Alternative zu Tagesgeld oder Sparbuch zu suchen. Allerdings gibt es auch im Segment von Anleihen (und auch bei Staatsanleihen oder Green Bonds) mittlerweile viele Papiere mit Negativzinsen.

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