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Was die Sterne über die Börsen sagen

1. Oktober 2019

Viele Anleger fürchten, dass sie mit ihren Investments zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt beginnen könnten – so manchen hält diese Angst davon ab, sein Erspartes überhaupt in Wertpapiere zu investieren. Dabei sind für eine erfolgreiche Geldanlage ganz andere Faktoren entscheidend als der Einstiegszeitpunkt.

Der Alptraum eines Anlegers sieht in etwa so aus: Eine Aktie entwickelt sich positiv, viele Medien berichten darüber. Sobald sich der Anleger dazu entschlossen hat, selbst einzusteigen, stoßen viele Investoren das Papier plötzlich wieder ab, der Kurs sinkt ins Bodenlose. Der Anleger bleibt auf seinen Verlusten sitzen.

Den richtigen Moment zu treffen ist nicht selten Glückssache, denn die Preisbildung an der Börse hängt von vielen Parametern ab. Die Sutor Bank, eine Hamburger Privatbank, hat kürzlich sogar den Einfluss des Mondes auf die Entwicklung des US-Aktienindex S&P 500 untersucht.

Was die Sterne sagen: Am besten zu Neumond investieren?

Zu diesem Zweck haben die Experten die Kursbewegungen an mehreren Tausend Handelstagen seit Januar 1929 den entsprechenden Mondphasen zugeordnet und festgestellt: Im Rückblick sowie im statistischen Mittel erweist sich die Phase des zunehmenden Mondes als ebenso ungünstig für den Einstiegszeitpunkt wie die Phase des abnehmenden Mondes. Deutlich günstiger fährt laut Studie, wer bei Vollmond kauft. Doch am allerbesten erwies sich der Tag des Neumondes als Einstiegszeitpunkt.

„Das ist eine mathematische Spielerei, der es aber wohl an statistischer Signifikanz mangelt – das heißt, hier führte doch eher der Zufall Regie“, sagt Prof. Dr. Dietmar Hillebrand, Wissenschaftlicher Berater des Robo-Advisors growney. Doch was noch wichtiger ist: „Auch wenn in der Vergangenheit der Kaufzeitpunkt an Neumond-Tagen insgesamt besonders positiv war, besteht zwischen diesen beiden Ereignissen kein kausaler Zusammenhang!“

Wie Aktien und Anleihen zusammenhängen

Zwischen anderen Ereignissen dagegen lassen sich im Rückblick Wechselbeziehungen erkennen – Statistiker sprechen von Korrelationen. In der Zeit vor der Finanzkrise galt etwa als Faustregel, dass sich Aktien und Anleihen gegenläufig entwickeln: Wenn Aktien im Wert steigen, so die Erklärung, setzen zahlreiche Investoren auf diese Anlageklasse und ziehen dafür Kapital von Anleihen ab, sodass Letztere im Wert sinken. Der Goldpreis entwickelt sich - so die Annahme - dagegen eher wie Anleihenkurse, da sowohl Anleihen als auch Gold für die Stabilisierung von Depots in Zeiten schwieriger Aktienmärkte genutzt werden. Aber selbst diese alten Faustregeln gelten inzwischen nur noch bedingt.

Korrelation zwischen 1 und minus 1

Die Universität Bayreuth hat vor einiger Zeit die Korrelation verschiedener Anlageklassen im Rückblick über 3 sowie über 20 Jahre untersucht. Eine Korrelation von 1 bedeutet dabei, dass die Kurse zweier Anlageklassen im Gleichschritt marschieren, eine Korrelation von minus 1 steht für eine gegenläufige Entwicklung. Liegt die Korrelation bei null, konnte kein linearer Zusammenhang zwischen den Wertentwicklungen der beiden Anlageklassen festgestellt werden.

Aus dieser Übersicht geht beispielsweise hervor, dass Rohstoffe im Rückblick weniger mit Anleihen als mit Aktien gleichgelaufen sind. Das lässt vermuten, dass gerade Industrierohstoffe in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs stark nachgefragt wurden, weil die Betriebe sie für die Produktion brauchen, weswegen der Preis steigt. In ebendiesen Phasen stiegen auch die Umsätze und Gewinne vieler Aktiengesellschaften, was deren Kursanstieg erklären würde. Die Berechnung von Korrelationen geschieht zwar im Rückblick, aber anders als bei den Mondphasen sind Zusammenhänge, die kausal abgeleitet werden, einigermaßen stabil.

Unsicherheit ist normal

Fast zu jeder Zeit gibt es viele Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Im Moment werden vordergründig die Geldpolitik der Zentralbanken, die Unklarheit beim Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China diskutiert. Die tägliche Stimmungslage an den Börsen ist für den langfristig orientierten Anleger irrelevant, denn ein Engagement in Aktien bedeutet, in die Intelligenz der Unternehmen und ihre Anpassungsfähigkeit an eine sich stetig verändernde Welt zu investieren.

Tipp für den Privatanleger: Es ist unbedingt ratsam, Investments breit zu streuen, um von den zufälligen Marktentwicklungen einzelner Anlagen weitgehend unabhängig zu sein. Ziel ist es, die Portfolioschwankungen bei gleicher Renditeerwartung zu senken. Der Ökonom Harry M. Markowitz hatte bereits 1952 herausgefunden, dass ein optimales Portfolio aus vielen möglichst wenig korrelierten Anlagen besteht, wofür er 1990 den Wirtschaftsnobelpreis erhielt.

Breite Streuung und langer Atem

Und dies muss auch heute für Anleger die wichtigste Rolle spielen: Sie sollten wissen, welches Risiko sie einzugehen bereit sind. Machen Sie den ersten Schritt und ermitteln Sie Ihr Risikoprofil. Unser Algorithmus enthält alle Daten, die dafür notwendig sind. Er berechnet nicht nur das Risikoprofil, sondern unterbreitet auch Vorschläge für die Zusammenstellung des Depots, individuell zugeschnitten auf jeden Anleger. Und der sollte wissen: Der Einstiegszeitpunkt ist bei einem langfristigen Investment nebensächlich – wenn sich der Investitionszeitraum nur über eine möglichst hohe Anzahl von Mondphasen erstreckt.

Über den Autor

Gerald Klein // growney Gründer & CEO

Gerald Klein blickt auf 25 Jahre Bankenerfahrung im Kapitalmarktgeschäft zurück. Freunde haben Ihn oft gefragt: „Was soll ich mit meinem Geld tun?“ Mit growney hat er endlich die passende Antwort gebaut, hinter der er zu 100% steht.

Gerald Klein


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