Geldautomat; Banken, Sparkassen, Vermögensverwalter und die Finanzwelt der Zukunft

Banken, Sparkassen und die Finanzwelt der Zukunft

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2. Juli 2021 // Geldanlage

Egal ob Banken, Sparkassen, Vermögensverwalter – die Finanzwelt von heute setzt auf Filialen, Prospekte und ein Beratergespräch bei einem Tässchen Kaffee. Das soll den Grundstein legen für eine lebenslange Kundenbeziehung, vom Kinderkonto („Knax Konto“ wie es bei den Sparkassen heißt), über Bausparvertrag, Kredite, Tagesgeld, Lebensversicherung bis hin zur Rente. Doch in der Zukunft wird das alles ganz anders aussehen, sind Experten sich sicher. Fintechs und andere digitale Lösungen werden das Geschäft deutlich verändern.

Schon in den nächsten fünf Jahren könnte das Filialgeschäft von Banken und Sparkassen nämlich „tot“ sein – wie eine Umfrage für den Economist zeigt. Befragt wurden dabei 305 Führungskräfte von Banken weltweit und knapp zwei Drittel (65 %) sind sicher: Das Filialmodell wird es schon 2026 nicht mehr geben. Kunden können also künftig nicht mehr erwarten, dass Banken in der Nähe eine Filiale anbieten.

Zum Vergleich: Vor vier Jahren hatten bei der von der Firma Temenos durchgeführten Befragung noch 35 Prozent ein Ende des Filialbetriebs vorhergesagt.

Banken: Deutschland hinkt etwas hinterher

In Deutschland dürfte es allerdings nicht ganz so schnell gehen. Veränderungen in der Finanzwelt, also bei Banken und Sparkassen, gehen hierzulande etwas langsamer. Es darf also als sicher gelten, dass es 2026 hierzulande noch Bankfilialen geben wird. Und trotzdem ist klar: Die Veränderungen sind nicht aufzuhalten. Die Digitalisierung wird in der Finanzwelt immer wichtiger, gleichzeitig ändert sich das Kundenverhalten sehr stark.

Früher war es normal, alles bei einem einzigen Geldinstitut zu machen: Man ging zur Bank oder Sparkasse in der Nähe, eröffnete ein Konto – und blieb eigentlich das ganze Leben. Als Kind ein Sparbuch fürs Taschengeld, später dann ein Ausbildungskonto. Dazu kommt die ganze Bandbreite von Finanzdienstleistungen: Ein Bausparvertrag zur Finanzierung des Eigenheims, Kredite, dazu kommt noch das Geschäft mit Versicherungen, privater Rente. Wer Aktien kaufen wollte oder Die wenigsten Kunden machten dafür einen Banken-Vergleich oder fragten sich „Welche Bank ist zu empfehlen?“ Man ging einfach zur Hausbank, organisierte dort alle seine Finanzen.

Doch das ist längst Vergangenheit. Bei Sparkassen und Banken hat längst begonnen, was Experten als Disruption bezeichnen: Das frühere Geschäftsmodell löst sich auf, die einstmals großen Finanzdienstleister werden abgelöst durch neue Anbieter, die bessere Technologien anbieten und flexibler sind.

Konten-Vergleich, Depot-Vergleich, Zins-vergleich

Angefangen hat das sicherlich mit Preisvergleichen wie große Portale sie anbieten. Schnell lassen sich so Leistungen der eigenen Bank oder Sparkasse online mit den Angeboten anderer vergleichen.

Warum also sollten Bankkunden nicht den Kredit für Hausbau oder Hauskauf bei einer anderen Bank aufnehmen – bei der Finanzierung kommt es ja vor allem auf Kosten an. Zinsunterschiede können gerade bei längeren Vertragslaufzeiten durch den Zinseszins-Effekt einen großen Unterschied machen. Und warum sollten Kunden einer Sparkasse Girokonto-Kosten in kauf nehmen, wenn es doch bei der Konkurrenz, etwa bei Direktbanken bzw. sogenannten Neobanken kostenlose Girokonten gibt (auch wenn das Angebot in diesem Bereich immer kleiner wird)?

Große Relevanz hat mittlerweile auch die Suche nach einem Tagesgeld-Vergleich bzw. der Frage: Welche Bank bietet überhaupt noch Zinsen für Erspartes an – und wie viele Banken ohne Negativzinsen gibt es überhaupt noch? Angesichts der Nullzinspolitik der EZB sinkt die Anzahl der Sparkassen und Banken ohne Verwahrentgelt oder Strafzinsen ständig.

Auch beim Aktien kaufen, beim Fondssparen oder anderen Investment-Möglichkeiten hat sich für Bankkunden vieles verändert: Schnell lässt sich online ein neues Depot eröffnen, oft mit wenigen Klicks, inklusive der vollständigen Legitimierung – etwa durch das PostIdent-Verfahren. So lassen sich einfach Fonds oder ETFs kaufen. Klar: Auf die persönlichen Empfehlungen des Bankberaters muss man dann verzichten – allerdings hat das Vertrauen in Banken und Sparkassen auch darunter gelitten, dass dabei manchmal nicht die besten Investments empfohlen wurden, sondern eher solche, die den Beratern die höchste Provision brachten.

Gleiches gilt auch für Versicherungen, die oftmals auch von Bankberatern oder von Sparkassen angeboten werden: Private Rentenversicherungen, Riesterrenten, Investmentrenten oder die klassische Lebensversicherung – all diese Möglichkeiten zur Altersvorsorge lassen sich in Internet-Vergleichsrechnern gegenüberstellen, mit ihren jeweiligen Kosten sowie den Vor- und Nachteilen.

So wird es heutzutage schon ganz normal, dass Bankkunden woanders ihr Depot eröffnen als sie ihr Girokonto haben und auch für das Tagesgeld oder Festgeld sucht man sich den Anbieter mit den besten Zinsen. Auch Versicherungen und Finanzierungen werden bei unterschiedlichen Anbietern abgeschlossen.

Digitale Vermögensverwalter und Trading Apps

Ergänzt wird diese neue Vielfalt durch sogenannte Trading-Apps und durch digitale Vermögensverwalter, die immer beliebter werden.

Bei einer Trading-App (auch als Neobroker bezeichnet) entscheiden Anleger selbst, wann und wie sie Aktien kaufen oder mit anderen Wertpapieren (Anleihen, ETFs, Fonds, Optionsscheine) handeln möchten. Oft geht das mit wenigen Klicks. Viele Anleger setzen dabei auf Trendaktien, die stark im Fokus der öffentlichen Debatte stehen, aber auch starken Kursschwankungen unterlegen sind – so sorgte beispielsweise die Gamestop-Aktie für weltweites Aufsehen.

Kritiker sehen in dem Anlegerverhalten sogar Ähnlichkeiten zum Glücksspiel. Gerade erst wurde in den USA eine Trading-App zu einer Rekordstrafe verurteilt, weil die Verkaufsmöglichkeiten an besonders turbulenten Börsentagen – etwa in der Coronakrise als die Kurse plötzlich deutlich fielen. 57 Millionen US-Dollar Strafe muss das Unternehmen nun zahlen, zusätzlich sind 12,6 Millionen als Entschädigung an Kunden fällig.

Digitale Vermögensverwalter nehmen den Kunden das alles ab: Es wird eine passende Anlagestrategie für den Kunden ausgewählt und automatische investiert, meist in besonders kostengünstige ETFs. Die Fonds werden dabei ständig überprüft und beispielsweise ausgetauscht, wenn andere ETFs günstiger oder besser geeignet sind. Wird die Gewichtung im Depot durch Kursbewegungen verschoben, wird außerdem ein automatisch Rebalancing durchgeführt (meist jährlich), damit das Risiko der Geldanlage sich nicht plötzlich zuungunsten der Kunden verändert.

Weil sie dem Kunden die Geldanlage komplett abnehmen, werden solche digitalen Vermögensverwalter auch Robo-Advisor genannt. Da ETFs deutlich kostengünstiger sind als etwa aktive Investmentfonds, sind auch die Kosten für den Service der Robo-Advisor extrem gering und deutlich günstiger als etwa klassische Vermögensverwalter.

Auf Service brauchen die Kunden dabei nicht verzichten: Durch Kontaktmöglichkeiten wie ein Rückruf zur Wunschzeit, Videogespräche, Servicechats oder die klassische Hotline können alle Fragen rund um die Geldanlage direkt geklärt werden.

Die Finanzwelt der Zukunft

Wie sieht sie also aus – die Finanzwelt der Zukunft? Klar ist: Sie wird digital sein.

  • Oft lässt sich so auch ein viel schnellerer und direkterer Service für Kunden zur Verfügung stellen. Gerade in der Corona-Pandemie haben sich viele ja auch an Möglichkeiten wie Videochats oder ähnliche digitale Kommunikationsformen gewöhnt.

  • Dabei werden sich Kunden ihre Finanzdienstleistungen selbst bei verschiedenen Anbietern zusammenstellen – ganz flexibel und so wie es individuell am besten zu ihnen passt.

  • Die Finanzwelt wird sich dabei nicht komplett verändern – natürlich wird es Sparkassen, Banken, Geld, Automaten, Konten und Kreditkarten weiter geben. Der klassische Bankberater und die Filiale werden aber immer weniger von Bedeutung sein.

  • Robo-Advisor wie growney zeigen dabei schon heute, dass einfach erfolgreich anlegen und die Ausrichtung der Investmentstrategie an ganz persönlichen Zielen und Bedürfnissen problemlos möglich ist. Für jeden Kunden wird die passende Anlagestrategie ermittelt – in nur wenigen Minuten.

  • Die Digitalisierung bringt auch mehr Transparenz und Übersichtlichkeit mit sich: Angebote von Finanzdienstleistern sind besser vergleichbar, jeder kann so die Kriterien besonders beachten, die ihm persönliche am wichtigsten sind.

  • Unabhängige Tests, Erfahrungsberichte und Verbraucherstudien zur Qualitätskontrolle werden auch in der Zukunft ihre Bedeutung erhalten und können Kunden eine wichtige Orientierung bieten: Wie bewertet ein Finanztest Banken und Sparkassen? Welche Geldanlage bekommt von Stiftung Warentest ein „Sehr gut“? Wo sind die Kundenerfahrungen besonders gut?

    Wir von growney werden jedenfalls daran arbeiten, Ihnen auch weiter eine vielfach ausgezeichnete Geldanlage anzubieten.



Die richtige Anlagestrategie für Sie? Lassen Sie sich beraten.


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