Zahlen und Zettel auf dem Schreibtisch; Finanzwissen: Darf es ein bisschen mehr Finanzbildung sein?

Mehr Finanzbildung in der Schule: Finanzwissen für Alle!

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31. März 2023 // Vorsorge

Verstehen, was an den Kapitalmärkten passiert, wie Fonds oder Aktien funktionieren, wie genau ein Anspruch bei der Deutschen Rentenversicherung berechnet wird und wodurch eine Rentenlücke entsteht. Die wenigsten Menschen in Deutschland lernen das in der Schule – leider. Wer sich mit Finanzen und Wirtschaft auskennt, bringt sich das oft mühsam selbst bei. Auch durch teure Fehlentscheidungen bei eigenen Investments. Soll das etwa so bleiben?

Immer wieder zeigen Umfragen den großen Wunsch nach mehr Finanzwissen. Grundlagen von Wirtschaft, Kapitalmärkten und die Absicherung des Rentenalters werden nämlich nur selten in der Schule, der Ausbildung oder im Studium vermittelt. Die Folgen zeigen sich deutlich: Viel zu wenige Menschen fühlen sich bei dem Thema Finanzen sicher, um richtig zu investieren oder gezielt Geld anzulegen bzw. die drohende Rentenlücke schließen zu können.

So kann schnell das Gefühl entstehen: Ich verstehe sowieso nicht, was da gerade passiert. Fehlende Finanzwissen-Grundlagen können ebenfalls zur Frage führen: Wieso sind Finanzen interessant? Und warum sollte ich mich damit genauer beschäftigen? Was bringt mir das überhaupt? Vermutlich liegt das daran, dass unterschiedliche Möglichkeiten für Finanzbildung (Schule, Universität, Ausbildung, Kurse) bislang viel zu wenig genutzt werden.

Wieso sind Finanzen interessant?

Gerade die aktuelle Situation zeigt es recht deutlich: Die hohe Inflation beeinflusst derzeit besonders stark unseren Alltag – die Preise im Supermarkt steigen, auch Zinsen und Kredite werden angehoben. Das hat Auswirkungen auf die Wirtschaft bei uns. Schon gibt es Sorgen um eine mögliche Rezession oder eine Phase der Stagflation. Dabei ist gar nicht unbedingt allen klar, was vorübergehende Wirtschaftsphasen wie Rezession, Depression oder Stagflation bedeuten.

Ebenso relevant: Das Thema Rente und Altersabsicherung. Wie sich die spätere Rente berechnen lässt – und warum fasst allen eine spürbare Rentenlücke droht. Dazu kommen dann auch so wesentliche Finanzgrundlagen wie: Was ist der Zinseszinseffekt? Was ist eine Aktie? Wie werden Dividenden gezahlt? Und viele Fragen mehr.

Natürlich lässt sich das wichtigste Finanzwissen online zusammensuchen - dank Google, ChatGPT oder anderer Suchmaschinen finden sich dort oft Informationen zu den wichtigsten Finanzfragen. Doch meist lassen sich dadurch fehlende Finanzwissen-Grundlagen leider nicht ersetzen.

Finanzwissen: Das zeigen Umfragen

In den vergangenen Jahren investieren immer mehr Menschen in den Kapitalmarkt. Bei vielen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass langfristig gesehen solche Geldanlagen oft mehr Rendite erzielen als die klassische Rentenversicherung oder ein Tagesgeld- bzw. Festgeld-Konto. So ist beispielsweise die Zahl der Menschen in Deutschland, die in Aktien investieren, um von der Marktentwicklung zu profitieren so hoch wie nie. Entsprechend wäre eigentlich zu erwarten, dass auch Themen wie Finanzwissen und Finanzbildung online wie offline eine größere Rolle spielen.

Gerade unter jungen Menschen (16 bis 24 Jahre) ist das Gegenteil der Fall – das zeigt eine Umfrage des Bankenverbandes. So stimmen zunehmend weniger von ihnen Aussagen zu wie „Ich weiß, was man unter einer Inflationsrate versteht“ und „Ich weiß, was ein Investmentfonds ist“.

Grafik mit Umfrage zu Finanzbildung: Wieso sind Finanzen interessant?

Auch insgesamt über alle Altersgruppen lässt sich erkennen, dass Interesse an Finanzwissen eher geringer als höher wird:

  • Weniger Menschen sagen im Vergleich zu früheren Jahren, dass sie sich mit der Altersvorsorge beschäftigen.
  • Auch regelmäßige Finanzplanung spielt eine geringere Rolle.
  • Der Aussage „In Geld- oder Finanzfragen kenn ich mich gut aus“ stimmen immer weniger Menschen zu.

Grafik zu Finanzwissen: Finanzwissen: Was gehört alles zum Thema Finanzen

Finanzbildung: Schule könnte eine wichtige Rolle spielen

Eine klare Mehrheit ist sich dagegen sicher, dass für Finanzbildung Schulen eine zentrale Rolle spielen sollen. 82 Prozent der Befragten sind jedenfalls der Meinung, dass die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge im Unterricht einen höheren Stellenwert bekommen sollte. 72 Prozent plädieren dabei für die Einführung eines Schulfachs Wirtschaft, das es vereinzelt an einigen Schulen auch schon gibt.

Grafik zum Schulfach Finanzbildung Schule

Was gehört zu Finanzbildung?

Was gehört alles zum Thema Finanzen im Unterricht? Besonders stark ist dabei für die Befragten im Fokus:

  • Umgang mit Geld
  • Wirtschaftssystem und Rolle von Unternehmen
  • Finanzsystem und Rolle von Banken
  • Möglichkeiten der Altersvorsorge
  • Möglichkeiten der Geldanlage

Umfrageergebnis als Grafik zu Schulen und Finanzbildung online

Natürlich gibt es beispielsweise für Finanzbildung Online-Angebote, die zu diesen Themen Hilfestellung bieten und Grundwissen vermitteln. Doch es zeigt gerade bei der Finanzbildung: Schulen könnten helfen, möglichst vielen Menschen gute Finanzwissen-Grundlagen mitzugeben. Eine Untersuchung der Sparkassen Finanzgruppe zeigt nämlich leider auch, dass es bei jungen Menschen extrem stark von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Familie abhängig ist, ob sie gut mit Geld umgehen können oder nicht:

  • Geht es den Familien wirtschaftlich gut, besteht ein größeres Interesse an Finanzwissen und Finanzbildung. Kinder aus diesen Haushalten können zu 57 Prozent gut mit Geld umgehen (Einschätzung der Eltern).
  • Bei Familien in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen fehlen nach eigenen Angaben eher die wichtigsten Finanzwissen-Grundlagen. Aus diesen Haushalten können nur 30 Prozent der Kinder gut mit Geld umgehen.

Grafik zu Finanzwissen: Kinder und Familien

Auch das zeigt die Notwendigkeit von mehr Finanzbildung: Schule und andere Lernangebote haben eine positive Auswirkung – so dass Menschen Fragen wie „Was gehört alles zum Thema Finanzen?“ und „Wieso sind Finanzen interessant?“ besser für sich selbst beantworten können. Mehr Finanzbildung könnte damit auch ein Weg zu mehr Chancengleichheit sein

Initiative für Finanzwissen: Grundlagen sollen besser vermittelt werden

Die Bundesregierung will genau aus diesem Grund das Thema Finanzbildung mit einer Initiative für mehr Finanzwissen angehen. Ausgangsüberlegung dazu gibt es in einem Eckpunktepapier:

Studien zeigen, dass es im Bereich der finanziellen Bildung in Deutschland Nachholbedarf gibt. Dieser ist gleichbedeutend mit bislang ungenutzten Chancen für mehr Teilhabe, Wachstum und Wohlstand. Deshalb wollen wir die finanzielle Bildung und damit die Finanzkompetenz in Deutschland verbessern.“

Dabei wird auch betont, wie wichtig Finanzwissen-Grundlagen sind, um selbst bessere Entscheidungen im Alltag und im Berufsleben treffen zu können. Die Definition „Was gehört zu Finanzbildung?“ soll hier also möglichst breit ausgelegt werden:

Grundlegendes Wissen über finanzielle Zusammenhänge und Produkte befähigt Bürgerinnen und Bürger, ihr ökonomisches Umfeld einschätzen, sich in diesem Umfeld verorten und auf dieser Basis potenzielle Erträge und Risiken verantwortlich abwägen sowie entsprechende Entscheidungen treffen zu können. Die individuellen Herausforderungen ändern sich dabei im Lebenslauf. Sie beginnen mit dem ersten Taschengeld und dem ersten Handyvertrag, setzen sich über den Start ins Arbeitsleben sowie der möglichen Gründung einer Familie fort, enden aber auch noch nicht mit der Altersvorsorge."

Der Ansatz geht dabei davon aus, dass bei der Finanzbildung Schulen eine wichtige Rolle spielen, zugleich aber ein „lebensbegleitender Ansatz“ notwendig ist. So könnte es darum gehen, für Finanzwissen Online-Angebote ein bisschen stärker zu nutzen und verlässliche Informationen über Funktionsweise von Kapitalmärkten und ihre wichtige Bedeutung für den individuellen Vermögensaufbau und die Absicherung im Alter zur Verfügung zu stellen.

Allerdings bleibt in dem Eckpunktepapier noch komplett unklar, mit welchem Zeit-Horizont das Thema angegangen werden soll, was es kosten wird und welche Kanäle konkret für die Vermittlung von Finanzwissen (online, offline, Schule, Ausbildung, Weiterbildung) genutzt werden sollen. Selbst die Frage „Was gehört alles zum Thema Finanzen?“ ist noch nicht umfassend geklärt – und für ein Schulfach Finanzen und Wirtschaft müsste es ja dann auch irgendwann entsprechend qualifizierte Lehrer geben. Höchstwahrscheinlich werden deshalb noch einige Jahre vergehen, bis eine solche Initiative für mehr Finanzwissen Wirkung zeigen kann.

Diese Punkte helfen Ihnen selbst zum Thema Finanzwissen

  • Hinterfragen Sie sich ruhig selbst: Bin ich mir wirklich sicher, wie ETFs, Aktien oder die Rente funktionieren? Und was sind ETFs überhaupt? Nutzen Sie im Zweifelsfall für die eigene Finanzbildung Online-Angebote, die Sie kostenlos informieren oder zum besseren Verständnis mit Beispielen arbeiten.

    Zum Finanz-Wiki von growney

  • Überschätzen Sie sich nicht: Viele Privatanleger sind überzeugt, dass sie besser und erfolgreicher investieren können und damit den Markt schlagen. Studien zeigen aber, dass gerade diese Anleger oft eine deutlich niedrigere Rendite erzielen.

  • Setzen Sie sich eigene Finanzziele: Planung und Struktur helfen oft, einen Überblick zu behalten und den eigenen Vermögensaufbau gezielt anzugehen. Oft werden Sie mehrere Finanzziele haben – Ansparen für einen Hausbau oder ein neues Auto oder die Traumreise, Rücklage für die Kinder, eine Auszeit oder ein anderes Projekt finanzieren, die eigene Altersvorsorge und vieles mehr. Mit mehreren Anlagezielen behalten Sie hier den Überblick und können das alles gezielt angehen.

  • Lassen Sie sich unterstützen: Vermögensaufbau und Absicherung ist zweifellos wichtig, das sollte aber nicht Ihren Alltag und Ihre Freizeit dominieren. Es gibt gute Möglichkeiten, sich zum Beispiel bei einem Robo-Advisor innerhalb weniger Minuten eine individuell passende Anlagestrategie ermitteln zu lassen – kostenlos und unverbindlich. Achten Sie dabei auch darauf, dass der Anbieter transparent macht, wie für Sie investiert wird.

  • Achten Sie auf die Sicherheit: Zu einer guten Geldanlage gehört auch die Sicherheit für Sie als Anleger. Bei Tagesgeld und Festgeld gilt – wie für alle anderen Bankeinlagen – eine gesetzliche Einlagensicherung von € 100.000 je Bank und Kunde. ETFs, aktive Investmentfonds und Wertpapier-Depots sind als Sondervermögen sogar in unbegrenzter Höhe abgesichert. Sie sind Eigentümer dieses Sondervermögens, selbst im – extrem unwahrscheinlichen – Fall einer Insolvenz der Depotbank oder des Fondsanbieters, bleibt es Ihr Vermögen.



Die richtige Anlagestrategie für Sie? Lassen Sie sich beraten.


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