Fröhliche Frau auf einer Wiese; Macht Geld glücklich? Studien zum Thema Geld und Glück

Macht Geld glücklich?

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18. Februar 2022 // Geldanlage

Reich werden, dann geht es mir besser und ich bin glücklich. So die Erwartung vieler, die sich dann die Frage stellen: Wie kann ich schnell reich werden? Doch ist das wirklich so, dass viel Geld glücklich macht? Eine wissenschaftliche Studie aus den USA verrät jetzt mehr.

Um die Frage „Macht Geld glücklich“ zu beantworten, hat der Psychologe Matthew Killingsworth (University of Pennsylvania) regelmäßig 33.391 US-Bürger befragt – und dazu insgesamt knapp 1,73 Millionen Daten ausgewertet.

Das Ergebnis: Menschen mit mehr Geld waren insgesamt glücklicher – und zwar sowohl bei der allgemeinen Lebenszufriedenheit als auch beim täglichen emotionalen Wohlbefinden. Befragt nach ihren Gefühlen, äußerten die Menschen mit höherem Einkommen deutlich häufiger positiv über ihre aktuelle Situation – und weit weniger negative Gefühle als bei einem geringeren Einkommen.

Studien zu Geld, Glück – und wie beides zusammenhängt

Die Untersuchung des Psychologen Killingsworth legt dabei einen linearen Zusammenhang nahe – das heißt je höher das regelmäßige Haushaltseinkommen, umso höher die Zufriedenheit und die Äußerung positiver Gefühle.

Damit unterscheidet sich sein Studienergebnis von früheren Untersuchungen, bei denen die Steigerung des Glücks durch viel Geld nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze festgestellt werden konnte. Ab 75.000 US-Dollar Jahreseinkommen (umgerechnet rund € 66.000) wirke sich zusätzliches Einkommen nicht mehr positiv auf, hieß es darin zum Verhältnis Geld-Glück.

Sowohl Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahnemann und sein Kollege Angus Deaton waren 2010 zu diesem Ergebnis gekommen, ebenso die Wissenschaftler Jebb, Tay, Diener und Oishi 2018. Nun behauptet dagegen Killingsworth:

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass höhere Einkommen deutlich mit größerem Wohlbefinden zusammenhängen. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen gab es keine Belege für eine Grenze bei 75.000 Dollar, stattdessen hat sich das erlebte Wohlbefinden mit steigendem Einkommen weiter verbessert.“

Wie kommt der Psychologe Killingsworth aber zu dem Ergebnis „Geld macht glücklich“:

  • Durch ein neuartiges Untersuchungsdesign fragte er das Wohlbefinden ständig und quasi in Echtzeit ab – via App um so Messfehler durch Erinnerungseffekte zu minimieren.

  • Zudem wurde der jeweilige Gefühlszustand durch eine 10stufige Skala abgefragt und ist damit genauer als bei einer bloßen Unterscheidung (sehr) gut oder (sehr) schlecht.

  • Der Gefühlszustand wurde dabei durch ein ganzes Set an Eigenschaften ermittelt, also mit der Abfrage von positiven wie negativen Gefühlslagen – beispielsweise „selbstbewusst“, „inspiriert“ und „stolz“ im Gegensatz zu „ängstlich“, „gelangweilt“, „traurig“ oder „verärgert“.

  • Bewusst wurden in der Untersuchung per App auch nur Menschen zwischen 18 und 65 mit eigenem Job befragt.

  • Mit mehr als 33.000 Teilnehmern und knapp 1,73 Millionen konkreten Aussagen hat seine Studie eine besonders breite Datenbasis. Unter den Befragten waren auch viele Haushalte, die deutlich mehr Geld verdienen. Zum Vergleich: Kahnemann und Deaton hatten 450.000 Aussagen bei Gallup-Umfragen (jeweils 1.000 Befragte am Tag) ausgewertet.

Studienergebnisse: Ist das schon ein Beweis?

Wissenschaftlich gesehen belegt die Studie aber nicht direkt die Aussage „Geld macht glücklich“. Nachgewiesen wird nur eine Korrelation, also ein statistischer Zusammenhang: Wer im Vergleich zu anderen viel Geld hat, äußert häufiger positive Gefühle und ist insgesamt mit seiner Lebenssituation zufriedener. Die direkte Kausalität, dass das bessere Wohlbefinden direkt auf die Ursache eines höheren Einkommens zurückzuführen ist, wird nicht bewiesen.

Dennoch sieht Killingsworth selbst einen Beleg für den Zusammenhang zwischen Geld und Glück. So äußern Menschen mit höherem Haushaltseinkommen deutlich häufiger, sie hätten die Kontrolle über ihr Leben, könnten selbstbestimmt handeln. Wenn wir ehrlich sind, geht es doch genau darum, wenn man reich werden möchte.

Viel Geld zu haben ist ja im Regelfall kein Selbstzweck, sondern es geht meistens darum, sich so bestimmte Dinge leisten zu können und dank eines finanziellen Polsters etwa der Gefahr von Altersarmut oder einer drohenden Rentenlücke entspannt entgegentreten zu können.

Geld macht glücklich – gilt das auch in Deutschland?

Bleibt allerdings die Frage: Sind US-Ergebnisse überhaupt auf Deutschland übertragbar.

Einige Experten zeigen sich da durchaus skeptisch. Jan Delhey, Glücksforscher und Soziologe von der Universität Magdeburg, warnt gegenüber der deutschen Presseagentur (dpa) davor, solche Ergebnisse einfach so auf Deutschland zu übertragen. In den USA spielten Wettbewerbsorientierung und materialistische Ausrichtung eine wichtigere Rolle - der Erfolg eines Menschen werde stärker über seinen ökonomischen Status bewertet.

Dennoch zeige sich auch in Deutschland zum Thema Lebenszufriedenheit: „Studien, die den tatsächlichen Lebensstandard sowie das Vermögen und den Besitz miteinbeziehen, kommen auf einen stärkeren Einfluss materieller Faktoren“, so Glückforscher Delhey zu dpa.

Untersuchung der Universität Leipzig

Tatsächlich legen auch Studien in Deutschland den Zusammenhang Geld-Glück nahe. So konnte Elmar Brähler an der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig 2020 einen statistischen Zusammenhang von finanzieller Situation und Zufriedenheit im Alter nachweisen.

„Bei der Betrachtung der verschiedenen Facetten der Lebenszufriedenheit wird deutlich, dass nicht nur die Zufriedenheit mit der finanziellen Situation mit eben dieser zusammenhängt, sondern dass die finanzielle Ausstattung auch die Zufriedenheit in anderen Lebensbereichen beeinflusst“, so Brähler in seiner Studie.

Auch diese Studie beschreibt eine deutliche Korrelation: Menschen, die mehr Geld verdienen, äußern eine höhere Zufriedenheit in allen Lebensbereichen. Das gilt auch für die persönliche Bewertung von Freundschaften, Familie, Partnerschaft, Gesundheit und Freizeit.

Grafik zeigt Zufriedenheit, abhängig vom Einkommen, Glück und Geld

Ebenfalls positiven Einfluss hat der Besitz von Wohneigentum – auch dieser bringt eine höhere Zufriedenheit in allen anderen Lebensbereichen.

Zusammenfassung von Experte Brähler:

Die finanziellen Ressourcen beeinflussen neben der Zufriedenheit mit der finanziellen und der Wohnsituation, welche unmittelbar damit zusammenhängen, insbesondere auch die Bereiche Gesundheit sowie Hobbys und Freizeitgestaltung. Dies lässt sich vor allem dadurch erklären, dass finanzielle Ressourcen gesellschaftliche Teilhabe, das Wahrnehmen von Kulturangeboten, die Finanzierung von Urlauben oder Hobbys ermöglichen.“

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Ganz ähnlich sehen Ergebnisse des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus. Dem DIW war es 2020 gelungen, auch die Situation von deutschen Millionären statistisch zu erfassen und mit Menschen, die weniger Geld verdienen zu vergleichen.

Ergebnis: Befragt nach ihrer persönlichen Zufriedenheit erreichen Millionäre in Deutschland die höchsten Werte. Wie bei der US-Studie von Killingsworth wurde dabei eine abgestufte Skala verwendet (0 bis 10). Millionäre kommen auf eine durchschnittliche Zufriedenheit von 8,2, mit weniger Vermögen sinkt die durchschnittliche Zufriedenheit auf bis zu 7,1.

Grafik zur Frage: Sind Menschen glücklicher, wenn sie viel Geld verdienen?

Die Auswirkung ist wie in der Studie von Brähler auch hier in den anderen Lebensbereichen deutlich bemerkbar: Mit Familie und Gesundheit zeigen sich Millionäre zufriedener als andere Gruppen, im Bereich Freizeit gibt es hier allerdings eine leichte Ausnahme. Das DIW bewertet die Ergebnisse so:

Auch wenn dieser Befund die Redewendung ‘Geld allein macht nicht glücklich‘ nicht widerlegt, zeigt er doch, dass Vermögen und Zufriedenheit positiv korrelieren.“

Es gibt also etliche Anzeichen dafür, dass die Frage „Macht Geld glücklich?“ mit Ja beantwortet werden könnte.

Wie Reiche Geld anlegen

Auf Ihre finanziellen Ziele kommt es an!

Es schadet also ganz bestimmt nicht, für eine gute finanzielle Absicherung zu sorgen. Das schützt vor Altersarmut und Rentenlücke und steigert Ihre ganz persönliche Chance auf mehr Zufriedenheit in allen Lebensbereichen.

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Sie sollten sich auch nicht zu sehr unter Druck setzen, dass Sie jetzt unbedingt viel mehr Geld verdienen müssen, um irgendwann reich werden zu können. Vermögensaufbau und Altersvorsorge – das geht auch schon mit kleinen Beträgen. Wichtig ist vor allem anzufangen und für sich selbst einen Plan zu entwickeln, der zu Ihren ganz persönlichen Zielen passt.

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So können Sie sich schon jetzt auf andere Lebensbereiche konzentrieren und für mehr persönliche Zufriedenheit sorgen.

Und später sollten Sie sich dann zurücklehnen und ganz entspannt sagen können:

Ja, mein Geld macht mich glücklich!“



Die richtige Anlagestrategie für Sie? Lassen Sie sich beraten.


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