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Frauen und Finanzen: So klappt es mit der selbstbestimmten Geldanlage

18. Februar 2020

Frauen haben andere Erwerbsbiografien als Männer und müssen ihre Absicherung daher anders planen. Dennoch sind viele zurückhaltend, wenn es um das Thema Vermögensaufbau geht. Dabei können Frauen selbstverständlich erfolgreich anlegen und so finanziell unabhängig werden.

Sie heißen FinMarie, Madame Moneypenny, Fortunalista oder herMoney: unabhängige Blogs zum Thema Finanzen – von Frauen für Frauen. Ihr Anliegen: Orientierung und jede Menge Informationen zu allen Themen rund um Vorsorge und Geld bieten, zugeschnitten auf weibliche Anforderungen und Lebenswirklichkeiten. Der Bedarf ist groß, denn viele Frauen verhalten sich oft zögerlich, wenn es um ihre finanzielle Absicherung geht.

Es ist noch gar nicht so lange her, da durften Frauen ohne die Erlaubnis ihres Ehepartners weder ein Konto eröffnen noch einen Beruf ausüben – Geld war in den meisten Fällen Männersache. Trotz der 1958 beziehungsweise 1977 erfolgten rechtlichen Gleichstellung in Sachen Finanzen scheinen viele auch heute noch an alten Mustern festzuhalten. So gehen in einer Befragung des Marktforschungsinstituts forsa im Auftrag des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft 35 Prozent der Frauen davon aus, dass sie im Alter zumindest teilweise auf die finanzielle Unterstützung anderer angewiesen sein werden. Bei den Männern ist dieser Anteil mit rund 19 Prozent deutlich geringer. Jede zehnte Frau gab sogar an, später hauptsächlich von der Unterstützung anderer leben zu müssen. Finanziell weitgehend unabhängig sieht sich nur jede fünfte Befragte.

Andere Lebensläufe, niedrigere Rente

Frauen erhalten häufig so geringe Renten, dass sie ihren Lebensunterhalt, vor allem wenn sie allein leben, kaum davon finanzieren können. Laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung fallen ihre Altersbezüge deutlich niedriger aus als die der Männer: Im Bundesdurchschnitt bekommen sie monatlich 991 Euro, Männer dagegen erzielen mit 1.362 Euro rund 37 Prozent mehr. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen arbeiten Frauen häufiger in sozialen Dienstleistungen, die schlechter bezahlt werden als beispielsweise technische Berufe. Zudem steigt ein Großteil zeitweise aus dem Job aus, vor allem um Kinder oder pflegebedürftige Eltern zu versorgen. Anschließend wählen viele Teilzeitstellen oder Minijobs, um Arbeit und Familie besser vereinbaren zu können: 47 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten in Teilzeit. Knapp 62 Prozent aller sogenannten Minijobs werden von Frauen ausgeübt. Laut der forsa-Befragung geben 30 Prozent der Frauen an, dass sie aufgrund von Familienzeit oder Kindererziehung nicht die Möglichkeit haben oder hatten, eine ausreichende Altersvorsorge aufzubauen; bei den Männern sind es dagegen lediglich 6 Prozent. Und selbst wenn Frau nicht beruflich für die Familie zurücksteckt, erhält sie bei gleicher Qualifikation für denselben Job noch immer weniger Geld als männliche Kollegen. Im Schnitt gibt es für sie sechs Prozent weniger Gehalt. Eine an sich erfreuliche Tatsache sorgt ebenfalls dafür, dass das Geld im Rentenalter knapp werden kann: Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland steigt – und wer länger lebt, benötigt auch länger Geld. Eine heute 40-jährige Frau feiert im Schnitt ihren 76. Geburtstag. Damit wird sie statistisch gesehen mehr als sechs Jahre älter als Männer des gleichen Jahrgangs – und wäre ohne zusätzliche Altersvorsorge neun Jahre lang allein auf die gesetzlichen Rentenbezüge angewiesen.

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Frauen sparen weniger

Die niedrigeren Einkommen, über die Frauen verfügen, spiegeln sich auch in den monatlichen Sparbeträgen wider. So ergab eine Untersuchung des deutschen Bankenverbands, dass ein Drittel der Männer, aber nur ein Fünftel der Frauen Beträge von über 200 Euro auf die hohe Kante legt. Bei Monatsraten von mehr als 500 Euro ist die Diskrepanz noch deutlicher: Rund zwölf Prozent der Männer sparen in dieser Kategorie. Bei den Frauen ist der Anteil mit sechs Prozent nur halb so groß. Auch wenn es um die positive Einstellung zum Sparen geht, zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Laut einer YouGov-Studie im Auftrag der Versicherung AXA suchen mit 15 Prozent nur halb so viele Frauen wie Männer „gern passende Anlageprodukte für Ersparnisse aus“.

Auf Distanz zur Börse

Sparerinnen investieren zudem deutlich seltener in Anlageformen mit höherem Renditepotenzial. Während 27 Prozent der Männer Aktien, Aktienfonds oder andere Wertpapiere besitzen, sind es bei den Frauen nur 18 Prozent. Wie skeptisch diese der Börse gegenüberstehen, verdeutlicht die AXA-Studie. Danach erscheint 61 Prozent der Frauen die Geldanlage in Wertpapiere und Aktien mit unkontrollierbaren Risiken verbunden. Fast jede Zweite glaubt, dass „Geldanlage an der Börse genauso riskant ist wie ins Spielcasino zu gehen“. Neben den Risiken empfinden Frauen auch ihr fehlendes Fachwissen als Hürde. 64 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Anlage in börsennotierte Wertpapiere nur etwas für Experten sei. Frauen gehen in Sachen Geldanlage also größtenteils auf Nummer sicher. Dafür nehmen sie allerdings geringe Renditen hin. Hoch im Kurs liegen immer noch Sparbücher und Tagesgeldkonten, die praktisch risikolos erscheinen. Die Kehrseite der Medaille: Angesichts der derzeitigen Nullzinsen werfen sie so wenig ab, dass Sparerinnen unterm Strich Geld verlieren. Denn die Erträge halten nicht mit der Inflation Schritt. Wer sein Geld auf diese Weise anlegt, büßt mit jedem Tag ein wenig Kaufkraft ein. Ein Effekt, der sich gerade bei der über Jahrzehnte betriebenen Altersvorsorge potenziert.

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In der Ruhe liegt die Kraft

Dabei kann Frauen ihr Anlageverhalten durchaus zugutekommen. „Studien zeigen, dass sie ruhiger und langfristiger agieren. Besonders an der Börse zahlt sich dieses Vorgehen oft aus“, erklärt Gerald Klein, Gründer und Geschäftsführer von growney. Denn wer bei der Aktienanlage einen längeren Atem hat und seiner Strategie treu bleibt, spart Kosten für die Umschichtung und mindert langfristig das Risiko, weil auf Verlustphasen in der Regel Kursgewinne folgen. Grundsätzlich ziehen Frauen beim Wertpapiersparen Aktienfonds gegenüber Einzelwerten vor. Doch welcher Fonds ist der richtige? Aufgrund der riesigen Anzahl fällt die Wahl nicht leicht. Einen Blick sollten Sparerinnen auf Exchange Traded Funds, kurz ETFs, werfen. So urteilt etwa der Frauenfinanz-Blog herMoney über börsengehandelte Fonds: „Wenige Anlagestrategien sind so flexibel und gleichzeitig relativ einfach zu handhaben wie ETFs.“ Diese Fonds bilden einen Börsenindex ab. Das kann etwa der Dax sein, der die Wertentwicklung der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften zusammenfasst, oder der MSCI World Index, der 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt. Der größte Vorteil von ETFs: Sie kosten weniger. Die jährlichen Verwaltungsgebühren für aktiv gemanagte Aktienfonds betragen in der Regel 1,5 bis 2 Prozent der Anlagesumme. Die Gebühren für ETFs liegen dagegen meist deutlich unter einem Prozent.

Wegen der breiten Risikostreuung eignen sich ETFs auch für kleinere Vermögen. So haben einige Anbieter ETF-Sparpläne in petto. Sparerinnen können schon mit geringen Beträgen im Monat in ETFs investieren. „Growney etwa ermöglicht die Geldanlage, im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern, schon ab einem Euro“, sagt Klein. Egal in welcher Lebenssituation sich Frauen also gerade befinden, ob in den „wilden Zwanzigern“ oder im „Midlife ohne Krise“, wie es herMoney umschreibt – jetzt ist die Zeit, die eigene finanzielle Unabhängigkeit anzupacken.



Die richtige Anlagestrategie für Sie? Lassen Sie sich beraten.


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