Kurve Investment-Sparplan: Wie funktioniert ein Sparplan?

Alternative zum Sparbuch: Was ist ein Investment-Sparplan?

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20. August 2021 // Geldanlage

Geld zurücklegen, Ansparen für größere Ausgaben wie die Traumreise, ein neues Auto oder die Anzahlung für die eigene Immobilie – früher ging das ganz einfach mit einem Sparbuch, mit einem Prämiensparplan oder ganz flexibel mit einem Tagesgeldkonto. Doch mittlerweile gibt es bei fast 500 Banken und Sparkassen Negativzinsen. Lohnt sich Sparen also gar nicht mehr? Oder bietet sich ein Investment-Sparplan bzw. ein ETF-Sparplan als Alternative an?

Was sich nicht geändert hat: Sparen ist absolut sinnvoll. Größere Ausgaben wie einen schönen Urlaub, ein neues Auto oder die Anzahlung für das eigene Haus lassen sich schließlich nicht einfach so bezahlen.

Aber nicht nur das! Wer etwas für die Altersvorsorge tun oder ein Vermögen aufbauen will, der legt am besten monatlich etwas zurück. Doch da beginnt das Problem der aktuellen Zinspolitik und der Inflation: Da viele Sparkassen und Banken keine Zinsen mehr zahlen oder sogar Negativzinsen verlangen, stellen sich viele in der aktuellen Situation die Frage: Ist ein Sparplan sinnvoll?

Was bringt ein Sparplan mit Minizinsen?

Ein Beispiel für monatliches Sparen zeigt das Problem von Zinspolitik und Inflation: Angenommen Sie möchten für einen Gebrauchtwagen sparen, der heute € 15.000 kostet und legen dafür monatlich 250 Euro zurück:

  • Auf dem Tagesgeldkonto mit jährlich 0,1 Prozent Zinsen hätten Sie nach 5 Jahren den Betrag von € 15.038,19 zusammen. Doch durch die Inflation ist in diesen fünf Jahren der Preis für das Auto gestiegen. Bei einer angenommenen Preissteigerung von jährlich 2,5 Prozent kostet das Auto dann nicht mehr € 15.000, sondern € 16.971,12.

    Bedeutet: Sie haben 5 Jahre gespart, aber das Geld reicht nicht.

    Folge: Sie werden rund 9 Monate länger sparen müssen, um sich das Auto zu kaufen. Dann haben Sie – inkl. Zinsen – den Betrag von € 17.300 zusammen. Der Preis des Fahrzeugs steigt bis dahin auf € 17.288,35, wenn er entsprechend der Inflationsrate steigt.

  • Verlangt Ihre Bank Negativzinsen, z.B. jährlich 0,25 Prozent, sieht es sogar noch schlimmer aus. Wenn Sie monatlich € 250 sparen, haben Sie nach fünf Jahren gerade einmal € 14.905,08 auf dem Konto.

    Den Gebrauchtwagen für € 16.971,12 können Sie sich damit nicht leisten. Dafür müssen Sie weitere 10 Monate sparen. Ihr Kontostand von € 17.371,19 steht dann dem Autopreis von € 17.323,96 gegenüber.

  • Damit sich monatliches Sparen noch lohnt, sollte die jährliche Rendite also höher sein als die Preissteigerung durch die Inflation. Haben Sie sich beispielsweise für einen ETF-Sparplan entschieden, der durchschnittlich 5,0 Prozent Rendite im Jahr erzielt, können Sie sich mit € 250 im Monat den Gebrauchtwagen nach fünf Jahren leisten - obwohl der Preis auf € 16.971,12 gestiegen ist. Denn Ihr Guthaben beträgt dann € 17.072,36.

  • Mit durchschnittlich 6,84 Prozent Rendite im Jahr für Ihren Investment-Sparplan mit ETFs ist es sogar schon 3 Monate vorher so weit: Nach vier Jahren und neun Monaten haben Sie € 16.877,07 angespart. Unter Berücksichtigung der Inflation kostet der Gebrauchtwagen dann € 16.866,68.

Grafik: Investment-Sparplan mit ETFs - so viel bringt es

Investieren ist das neue Sparen

Das Beispiel zeigt: Die Frage „Ist ein Sparplan sinnvoll?“ lässt sich mit einem klaren Ja beantworten. Wichtig ist aber: Die jährliche Rendite beim Sparplan sollte höher als die allgemeine Preissteigerung (also die Inflationsrate) sein. Ansonsten droht Ihnen ein Kaufkraftverlust.

Investmentsparen ist also aktuell deutlich sinnvoller als das klassische Sparbuch, Tagesgeld- oder Termingeldangebote.

Der Unterschied ist umso stärker, je länger Sie sparen.

Gerade wenn Sie für die eigene Altersvorsorge einen Sparplan erstellen oder einen ETF-Sparplan für Kinder einrichten, macht sich der Unterschied zwischen dem klassischen Sparkonto bzw. Tagesgeldkonto und einem Investment-Sparplan deutlich bemerkbar.

Beispiel 1: Sparen für Kinder

Nutzen Sie Ihren Investment-Sparplan beispielsweise als Sparplan für Ihr Kind und zahlen dort 18 Jahre lang jeden Monat € 250 ein, so gibt es bei 6,84 Prozent durchschnittlicher Jahresrendite zur Volljährigkeit den Betrag von € 106.453,55.

  • Zum Vergleich: Tagesgeld mit 0,1 Prozent Zinsen im Jahr bringt bei gleichen Einzahlungen nur € 54.491,18.
  • Verlangt Ihre Bank/Sparkasse Negativzinsen (0,25 % p.a.), so kommen Sie mit dem Sparplan für Ihr Kind sogar nur auf € 52.797,40.

Beispiel 2: Langfristige Altersvorsorge/Vermögensaufbau

Beim Sparplan für die Altersvorsorge oder Vermögensaufbau wird es noch deutlicher. Zahlen Sie 30 Jahre jeden Monat € 250 ein, so haben Sie:

  • € 86.698,45 Vermögen, wenn Sie Negativzinsen von 0,25 % p.a. bezahlen müssen.

  • € 91.367,35 auf dem Tagesgeldkonto (bei 0,1 Prozent Zinsen pro Jahr).

  • € 297.221,29 wenn Ihr Investment-Sparplan durchschnittlich 6,84 Prozent Rendite im Jahr erzielt.

    Grafik: Investment-Sparplan im Vergleich: Kinder und Altersvorsorge

Den Zinseszins-Effekt für sich nutzen

Wie das konkret für Sie aussehen kann, schauen Sie sich am besten selbst an: Nutzen Sie einen Sparplan-Rechner, etwa unseren Anlageplaner.

Dort können Sie ganz unverbindlich und kostenlos eingeben, wofür Sie einen Sparplan nutzen wollen – und sehen, wie sich Ihre Einzahlungen zu einem Vermögen entwickeln. Es lässt sich auch ein bestimmter Zielbetrag eingeben – und Sie erfahren, wann dieser erreicht wird.

Bevor Sie einen eigenen Sparplan erstellen, sollten Sie aber noch einige wichtige Punkte beachten:

  • Wie funktioniert ein Sparplan?

Grundidee des Sparplans ist, dass Sie monatlich einen festen Betrag einzahlen, um ein bestimmtes Sparziel zu erreichen. Durch die kontinuierlichen Einzahlungen steigt der Gesamtbetrag ständig. Zum Vermögenswachstum tragen dabei auch die Rendite (wenn das Geld investiert wird) bzw. die Zinsen bei – vorausgesetzt die Zinsen sind keine Negativzinsen. Lassen Sie sich den Gewinn aus Zinszahlungen bzw. die Rendite nicht auszahlen, so ist im Folgejahr der Betrag umso höher, der verzinst wird bzw. eine Rendite erwirtschaften kann. Das wird auch als Zinseszinseffekt bezeichnet.

  • Welche Sparpläne gibt es?

Sparpläne können in der Regel für alle denkbaren Geldanlage-Produkte eingerichtet werden, etwa auf einem klassischen Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto. Vergleicht man dabei aber die Zinsen, die es hier gibt, lohnt sich das kaum noch. ETF-Sparpläne oder Aktien-Sparpläne sind deshalb mittlerweile deutlich beliebter. Beim Fondssparen wird ein Sparplan für Investmentfonds eingerichtet.

  • Ist die jährliche Rendite bei einem Investment-Sparplan garantiert?

Mit einem Investment-Sparplan wird der monatliche Sparbetrag in Investmentfonds, Aktien, ETFs – also Indexfonds – oder in andere Kapitalmarktprodukte investiert. Deshalb sind hohe jährliche Renditen möglich. Die erzielte Rendite hängt also von der Entwicklung der Kapitalmärkte ab und ist deshalb nicht garantiert. Gerade für langfristige Anleger dürfte sich die Geldanlage trotzdem lohnen: Wer in der Vergangenheit über 13 Jahre oder länger weltweit breit gestreut investiert hat, erzielte immer ein Plus.

  • Was bringt ein ETF-Sparplan?

ETF-Sparpläne sind besonders beliebt, weil sie sehr kostengünstig sind und oft auch bessere Ergebnisse erzielen als aktive Investmentfonds. Ein ETF ist ein Indexfonds, der die Entwicklung eines Index nachbildet – das kann zum Beispiel der wichtigste deutsche Aktienindex Dax sein. Damit ist das Risiko von Kursschwankungen deutlich geringer als wenn Sie sich für einen Aktien-Sparplan entscheiden. Größte Schwierigkeit bei ETF-Sparplänen ist die Auswahl der ETFs. Mittlerweile gibt es mehr als 7.000 Indexfonds, aus denen Anleger wählen können.

  • Wie flexibel sind Sparpläne?

Ein Sparplan-Rechner berechnet das Ergebnis immer unter der Voraussetzung, dass kontinuierlich – also Monat für Monat – der gleiche Betrag eingezahlt wird. Allerdings gibt es ja immer wieder Änderungen im Leben oder unvorhergesehene Ereignisse, durch die das Geld plötzlich mal knapp werden kann. Daher kann dies jederzeit angepasst oder der Sparplan auch ohne Kündigungsfrist aufgelöst werden.

Beim Investment auf die Kosten achten

Entscheidender Punkt bei einem Investment-Sparplan sind die Kosten, die extrem unterschiedlich ausfallen können. Die höchsten Sparplankosten ergeben sich oft bei Investmentfonds oder bei Aktien-Sparplänen.

Hier werden teilweise bis zu 2,5 Prozent Gebühren für jede Sparplanausführung fällig. Bei einem monatlichen Sparplan von € 250 bedeutet das: Von jeder Zahlung werden € 6,25 Gebühren direkt abgezogen. Hinzu kommen bei Investmentfonds jährliche Verwaltungsgebühren von bis zu 2 Prozent pro Jahr.

Was ETF-Sparpläne kosten, ist im Vergleich oft deutlich weniger. Aber auch hier gibt es die unterschiedlichsten Modelle. Viele Trading-Plattformen oder Onlinebanken ermöglichen ihren Kunden, sich selbst den passenden ETF für ihren Investment-Sparplan auszusuchen. Damit stehen Sie allerdings selbst vor der Frage: Welcher ETF ist der beste? Oder wie viele ETF Sparpläne sind sinnvoll? Wann macht es Sinn, den Emittenten des ETF zu wechseln, etc.

Unser Ansatz

Als digitaler Vermögensverwalter geht growney einen anderen Weg: Wir übernehmen die komplette Zusammenstellung und Betreuung eines ETF-Portfolios, das zu Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen passt. Denn den einzelnen, optimalen ETF-Fonds gibt es nicht, wenn Sie mit Ihrem Investment-Sparplan einerseits weltweit möglichst breit aufgestellt sein wollen und gleichzeitig auf eine möglichst gute Rendite abzielen.

Natürlich achten wir dabei auf die ETF-Sparplan-Kosten. Erst Ende April haben wir für unsere Kunden einen Anleihen-ETF teilweise ausgetauscht, um die Produktkosten dauerhaft zu reduzieren. Zur ETF-Auswahl gehören aber noch viel mehr Kriterien: etwa auch die Qualität des Fondsanbieters, die Sicherheit des angelegten Vermögens und die Präzision, mit der ein Index abgebildet wird.

Hier können Sie sich das konkret für Ihr persönliches Beispiel anschauen

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