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Den Soli als ETF-Sparplan umdenken

26. November 2019

Der Solidaritätszuschlag wird im Jahr 2021 für mehr als 90 Prozent der Bundesbürger abgeschafft. Dadurch hat der Großteil der Bevölkerung dann mehr Netto auf dem Gehaltskonto. Wer dieses Geld geschickt für seinen Ruhestand anlegt, hat später sogar noch mehr davon.

Eine Ära geht zu Ende: Der Solidaritätszuschlag soll ab dem Jahr 2021 – also 30 Jahre nachdem er erstmals erhoben wurde – Geschichte sein. Zumindest für den Großteil der Bevölkerung, so ist es im Koalitionsvertrag festgelegt. Damit endet eine lange Geschichte von Missverständnissen und Streitigkeiten. Denn viele Bundesbürger, vor allem jene aus den alten Bundesländern, verwechseln den Solidaritätszuschlag nur allzu oft mit dem Solidarpakt. Während der Solidarpakt, der als Solidarpakt I bis 2004 vereinbart worden war und als Solidarpakt II bis Ende 2019 läuft, eine zumindest teilweise Zuwendung des Bundes an die neuen Länder umfasst, um beispielsweise Lücken in der Infrastruktur auszugleichen, sind die zusätzlichen Steuereinnahmen aus dem Solidaritätszuschlag nicht zweckgebunden.

In den Jahren 1991 und 1992 wurde die Zusatzsteuer jeweils für ein Jahr in Höhe von 3,75 Prozent der Einkommensteuer erhoben, um den Einsatz im Golf-Konflikt zu finanzieren, um mittel-, süd- und osteuropäische Länder zu unterstützen und auch, um die Kosten der Deutschen Einheit zu stemmen. In den Jahren 1993 und 1994 entfiel der Solidaritätszuschlag, von 1995 bis 1997 betrug er 7,5 Prozent der Einkommensteuer, seit 1998 sind es 5,5 Prozent. Das heißt, jeder Bundesbürger, der Lohn- oder Einkommensteuer und seit 2009 Abgeltungsteuer zahlt, führt zusätzlich noch einmal 5,5 Prozent dieser Steuerlast an den Fiskus ab. Und zwar ganz gleich, ob er in den alten oder neuen Bundesländern ansässig ist. Den Soli zahlen alle.

Für wen der Soli wegfällt

Aber nicht mehr lange. Für 90 Prozent der Steuerzahler soll der Soli im Jahr 2021 komplett, für weitere 6,5 Prozent teilweise entfallen. Aus dem Bundesfinanzministerium heißt es, diese würden „von 2021 an voraussichtlich rund 10,9 Milliarden Euro weniger abführen. Bis 2024 steigt der Betrag auf rund 12 Milliarden Euro.“

Das klingt nach einer stattlichen Summe, mit der sich etwas anfangen lässt. Doch was bedeutet das für den Einzelnen? Auch dazu gibt das Bundesfinanzministerium Auskunft: Alleinstehende mit einem Bruttojahreslohn bis etwa 73.000 Euro sowie Familien mit zwei Kindern und einem Bruttolohn von bis zu rund 151.000 Euro im Jahr zahlen ab 2021 keinen Soli mehr. Punkt. Wer noch mehr verdient, der zahlt ihn je nach Höhe der Lohnsteuer anteilig. Ausschließlich Beschäftigte mit höheren Einkommen, also Alleinstehende ab rund 109.000 Euro oder Familienernährer ab etwa 221.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr, zahlen diese Steuer weiterhin in gewohnter Höhe.

202 Euro mehr Netto

Ein Erzieher, alleinstehend und ohne Kinder mit einem Bruttolohn von 2.600 Euro im Monat, spart ab 2021 jedes Jahr 202 Euro, die ihm fortan nicht mehr als Soli abgezogen werden. Ein Ehepaar ohne Kinder, er Maurer, sie Pflegerin, die zusammen im Jahr 74.400 Euro brutto verdienen, haben netto sogar 565 Euro mehr auf dem Konto. Und die vierköpfige Familie, bei der die Mutter als Facharbeiterin und der Vater als Lehrer arbeitet und die zusammen 120.800 Euro brutto im Jahr erwirtschaften, kann sich sogar über 998 Euro zusätzliches Nettoeinkommen freuen. So hat es das Bundesfinanzministerium in seinen beispielhaften Kalkulationen errechnet.

Es gibt wohl niemanden, der sich nicht über mehr Netto auf dem Konto freuen würde, ob er oder sie nun allein, als Ehepaar oder zusammen mit Kindern lebt. Mit 998 Euro könnte die Familie einen Kurzurlaub an die Nordsee unternehmen, mit Spaßbad, Vergnügungspark und allem Drum und Dran. Ein Ehepaar könnte sich mit 565 Euro im Jahr einen schönen Ledersessel fürs Wohnzimmer kaufen. Und der alleinstehende Erzieher könnte mit 202 Euro ein Paar hochwertige Wanderschuhe erstehen oder ein Wochenende in Berlin verbringen. Jedes Jahr erneut. Alles schöne Dinge.

Umdenken: ETF statt Soli

Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die zwar zunächst weniger glanzvoll erscheint, aber langfristig umso heller strahlen kann: den gesparten Betrag einfach in die Altersvorsorge stecken. Und zwar am besten in ein Instrument mit geringen Nebenkosten, aber einer Rendite, die deutlich die Inflationsrate übertrifft, sprich: nicht auf ein Sparbuch, sondern in einen kostengünstigen ETF-Sparplan einzahlen. Angesichts des stetig sinkenden Rentenniveaus könnte dies eine Lösung sein, über die sich die Steuerzahler später freuen. Schließlich werden die Menschen in anderen Ländern auf unterschiedliche Weise ebenfalls dazu angeregt oder sogar verpflichtet, einen Teil ihres Einkommens für später in Aktien oder Anleihen zu investieren – so etwa in Australien, den Niederlanden oder Dänemark (Mehr zum Thema „Rente im Ausland“).

Dazu bietet growney hervorragende Möglichkeiten: Der Robo-Advisor erstellt seinen Anlegern ein Portfolio aus verschiedenen Exchange Traded Funds (ETFs), je nach Anlage- und Risikoprofil mit einem größeren oder geringeren Anteil an Aktien: mit 20, 30, 50, 70 oder 100 Prozent Aktienanteil. Gehen wir beim alleinlebenden Erzieher davon aus, dass er 35 Jahre alt ist. Er hat noch einige Berufsjahre vor sich und wählt für das zusätzliche Geld die grow-100-Strategie. Denn: „Je längerfristiger der Anlagehorizont, desto höher darf das Aktieninvestment sein, denn es bleibt stets genug Zeit, um mit Rückschlägen und Kurssteigerungen gelassen umzugehen“, sagt Gerald Klein, Geschäftsführer des Robo-Advisors growney. Für diese Strategie wird eine jährliche Rendite nach Kosten von 7,65 Prozent erwartet.

Steuererleichterung langfristig nutzen

Fließen also 30 Jahre lang jedes Jahr 200 Euro in den Sparplan, kommen am Schluss 6.000 Euro zusammen, die zudem einen Gewinn von knapp 17.000 Euro erbracht haben könnten, insgesamt also 23.000 Euro. Viel zu schade, sich stattdessen jedes Jahr „nur“ ein gutes Kleidungsstück zusätzlich zu kaufen. Außerdem könnte sich jeder zusätzliche Euro im Alter als Segen erweisen, denn zukünftige Rentengenerationen werden aufgrund der demografischen Entwicklung zwangsläufig den Gürtel enger schnallen müssen.

Wenn das Ehepaar auf sein Möbelstück verzichtet und, weil beide 35 Jahre alt sind, die gesparten 565 Euro also über 25 Jahre in die Strategie grow50 stecken, könnten sie auf eine Rendite von etwa 4,86 Prozent im Jahr hoffen. Dann hätten sie zusammen ungefähr 14.000 Euro eingezahlt und damit vielleicht ein Plus von 13.600 Euro erzielt – macht zusammen am Ende 27.600 Euro.

Und die Familie verzichtet auf den zusätzlichen Ausflug und investiert die knapp 1.000 Euro ebenfalls in die Strategie grow50, und das 20 Jahre lang. Sie hat dann genau 20.000 Euro eingezahlt und möglicherweise einen Ertrag von rund 14.000 Euro erzielt. Zusammen macht das 34.000 Euro.

Die geplante Steuererleichterung trägt also nicht nur dazu bei, dem Missverständnis „Die Wessis zahlen für die Ossis“ endlich ein Ende zu bereiten. Sondern sie kann sich langfristig auch ordentlich auszahlen – für Westdeutsche genauso wie für Ostdeutsche.

Über den Autor

Gerald Klein // growney Gründer & CEO

Gerald Klein blickt auf 25 Jahre Bankenerfahrung im Kapitalmarktgeschäft zurück. Freunde haben Ihn oft gefragt: „Was soll ich mit meinem Geld tun?“ Mit growney hat er endlich die passende Antwort gebaut, hinter der er zu 100% steht.

Gerald Klein


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