Euro-Geldscheine; Was sind die Folgen von Inflation – für meinen Sparplan?

Was sind die Folgen von Inflation – für meinen Sparplan?

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30. September 2021 // Geldanlage

Die Inflation ist derzeit so hoch wie seit Jahren nicht. So erreichte die Inflationsrate aktuell deutlich über 3 Prozent: 3,8 Prozent im Juli 2021, 3,9 Prozent im August, im September sogar 4,1 Prozent. verglichen jeweils mit dem Vorjahresmonat. Das bedeutet: Die Preise sind insgesamt deutlich gestiegen. Besonders stark trifft die Inflation Sparer, die noch ein klassisches Sparkonto oder Sparbuch besitzen. Aber auch wer einen Sparplan hat, sollte überlegen, ob er auf die starke Inflation 2021 reagiert.

Wirtschaftspolitisch geben etliche Experten Entwarnung, wenn es um die hohe Inflationsrate geht. Es handelt sich um einen Sondereffekt nach der Coronakrise. Das gilt für die Inflation in Deutschland in besonderem Maße. (Inflation: Definition und Entstehung)

Denn im vergangenen Jahr war im Zuge eines Hilfspakets die Mehrwertsteuer gesenkt worden. Folge: Die Preise sanken, teilweise war deshalb 2020 sogar eine negative Inflationsrate in Deutschland zu verzeichnen. Bei der Berechnung der Inflation erfolgt jeweils der Preisvergleich für ein festgelegtes Warenangebot mit dem Vorjahr.

Das heißt für die Inflation: Aktuell werden die Preise jenen gegenübergestellt, die damals wegen Steuersenkungen und Coronakrise besonders niedrig waren. Das trifft insbesondere auch für Energiepreise zu, die vor 12 Monaten infolge der geringeren Produktion weltweit deutlich gesunken waren. Für die Berechnung der Inflationsrate ergeben sich deshalb aktuell recht hohe Werte.

Mehr zum Thema: Was ist Inflation?

Preise steigen für uns alle

Fakt ist aber auch: Die Preise steigen. Das bemerkt jeder selbst an der Supermarktkasse oder wenn man derzeit eine Reise bucht.

Die Antwort auf die Frage: „Was passiert bei einer Inflation in Deutschland“ ist also eindeutig: Es wird teurer. Nicht alles, aber vieles – so dass der Preisanstieg sich für uns alle bemerkbar machen dürfte.

Besonders deutlich macht die Inflation: Sparbuch, Sparkonto oder Tagesgeldkonto lohnen sich nicht mehr. Die Kombination aus Nullzinsen oder Minizinsen mit dem starken Preisanstieg macht die klassischen Sparformen besonders unattraktiv: Wer sein Geld zu 0,1 Prozent Zinsen auf das Sparkonto legt, aber im kommenden Jahr rund 3 Prozent mehr für seine Einkäufe zahlen muss, macht ein extrem schlechtes Geschäft. Noch deutlicher wird das, wenn es auf dem Sparbuch 0,0 Prozent Zinsen gibt – oder die Bank oder Sparkasse Minuszinsen verlangt. Damit wird das Ersparte dann ja sogar weniger Wert.

Mit dem Kauf eines neuen Autos noch einige Monate zu warten oder die Traumreise auf das nächste Jahr zu schieben, macht also angesichts der hohen Inflationsrate keinen Sinn, wenn das Geld bis zum Kauf bei einer Bank oder Sparkasse liegt – und keine Rendite erzielen kann. Dieser Effekt von Nullzinspolitik und Inflation ist von der Europäischen Zentralbank (EZB) durchaus gewünscht: Das Geld soll ausgegeben werden, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Betrifft das auch die, die in einen Sparplan investieren?

Die allgemeine Preissteigerung betrifft alle Menschen. Gerade bei mittel- und langfristigen Zielen ist der Effekt aber umso stärker.

Das zeigen die folgenden Beispiele:

Geld für ein neues Auto

Nehmen wir an, Sie legen monatlich Geld für ein neues Auto zurück, das Sie sich in 4 Jahren leisten wollen. Bei der Einrichtung des Sparplans orientieren Sie sich am Autopreis von € 20.000. Wenn Sie mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 5,03 Prozent kalkulieren (entspricht der erwarteten Rendite von grow70), investieren Sie monatlich € 378. Ergebnis nach 4 Jahren: € 20.005,99.

Das Gute daran: Sie haben deutlich mehr Kapital als wenn Sie von Ihrer Bank oder Sparkasse Zinsen in Höhe von 0,01 Prozent pro Jahr bekommen – dann hätten Sie nämlich nur € 18.147,70 auf dem Sparbuch.

Aber: Durch die Inflation dürfte auch der Autopreis steigen. Bei einer Preissteigerung von 2,5 Prozent pro Jahr kostet der Wagen Sie dann € 22.076,26. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie Ihren Sparplan berechnen. Das heißt: Sie sollten den Sparplan erhöhen auf € 418 im Monat. Dann ergibt sich bei 5,03 Prozent durchschnittlicher Rendite der Betrag von € 22.123,03.

Zum Vergleich: In einen Sparplan bei der Sparkasse oder einer anderen Bank, wo das Geld zu 0,01 Prozent Zinsen im Jahr auf Sparbuch oder Sparkonto wandert, müssten Sie jeden Monat € 460 einzahlen, um sich in vier Jahren das gewünschte Auto leisten zu können.

Sparen für Kinder

Die Preissteigerung durch die Inflation ist umso stärker je länger der Zeitraum ist. Angenommen die € 20.000 sollen nicht für ein neues Auto, sondern für Ihre Kinder sein. Damit diese sich in 18 Jahren Möbel für die eigene Wohnung oder eben ein Auto kaufen können.

Das Problem: Was heute € 20.000 kostet, ist in 18 Jahren deutlich teurer. Bei durchschnittlich 2,5 Prozent Preissteigerung pro Jahr müssen Sie für die gleichen Möbel oder ein gleichwertiges Auto dann mit € 31.193,17 rechnen. Bedeutet: Statt € 58 im Monat (bei 5,03 durchschnittlicher Rendite pro Jahr haben Sie dann nach 18 Jahren € 20.081,47), sollten Sie lieber die Sparrate erhöhen. Bei monatlich € 91 ergibt das bei der gleichen Rendite € 31.507,13 für Ihr Kind.

Übrigens: € 91 im Monat ist nur ein Teil des Kindergeldes. In Deutschland werden aktuell € 219 monatlich für das erste und zweite Kind gezahlt, für das dritte Kind € 225, ab dem vierten Kind € 250.

Tipp: Sparplan regelmäßig prüfen

Für alle, die in einen Sparplan investieren, ist die richtige Reaktion auf die Inflation also: Überprüfen Sie Ihr Sparziel und Sparrate: Wie hoch muss Ihre monatliche Investition sein, damit Sie Ihr persönliches Sparziel auch wirklich erreichen? Gerade wer für eine Anschaffung wie ein Auto, eine Traumreise oder den Grundstock für ein Eigenheim investiert, sollte auf die Preissteigerung achten. Entsprechend sollten Sie die Sparrate erhöhen. Wollen Sie konkret für Ihr Ziel die Sparrate berechnen, nutzen Sie einfach unseren Anlageplaner – komplett kostenlos und unverbindlich.

Die Alternative: Prüfen Sie, wie sich zusätzliche Einmalzahlungen auf Ihren Sparplan auswirken. Bei growney können Sie jederzeit ganz unkompliziert zusätzliche Zahlungen leisten, das Geld wird dann automatisch in Ihre Anlagestrategie investiert. Natürlich können Sie ebenso unkompliziert, Ihre Sparrate erhöhen - bei Bedarf aber auch senken oder auch jederzeit aussetzen.

Wichtig ist vor allem: Behalten Sie Ihre persönlichen Sparziele im Blick! Überprüfen Sie die Ziele regelmäßig. Beobachten Sie dabei ebenfalls: Wie hoch ist die Inflation aktuell – und welche Beträge ergeben sich, wenn Sie unter Berücksichtigung der Preissteigerung eine neue Sparrate berechnen.

So können Sie ganz leicht vermeiden, dass die Inflation Ihre persönlichen Ziele durchkreuzt.

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