Feinunze Gold ist derzeit als Geldanlage gefragt

Investieren in Gold? Der Glanz verfliegt leider schnell

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28. August 2020

Es gilt als krisenfest, sicher und gutes Investment: Gold. Derzeit ist es stark gefragt, viele interessieren sich für das Edelmetall als Geldanlage.

Erst in der ersten Augusthälfte erreichte der Goldkurs einen neuen Höchststand: über 2.060 US-Dollar je Feinunze (31,1035 Gramm). Zum Vergleich: Zu Jahresbeginn lag der Kurs noch bei 1.528 Dollar – ein Plus von immerhin 34 Prozent.

Schon gibt es Experten, die den Kurs künftig bei 4.000 Dollar sehen wollen – ein solcher Anstieg sei bis 2023 möglich, heißt es etwa bei Bloomberg Intelligence – diese Wahnsinns-Prognose wird aber nur unter bestimmten Voraussetzungen getroffen.

Fakt ist: gerade in Krisenzeiten ist Gold stark gefragt, das war auch während der Coronakrise so. Umfragen zeigen, dass immer mehr Anleger mit dem Gedanken spielen, auch auf das Edelmetall zu setzen. Einige holen sich das Gold sogar nach Hause, lagern es ein. Der Gedanke dahinter: Fallen die Kurse an den Börsen, dürfte Gold als “realer Wert” gefragt und sicher sein. Gold, so die Annahme dahinter, kann nicht an Wert verlieren.

Zusätzlich befeuert wird das durch Nachrichten aus den USA: Auch die von Star-Investor Warren Buffett gegründete Holding Berkshire Hathaway steigt in das Rennen um das Edelmetall ein – und sicherte sich im großen Stil Anteile an der Goldminen-Firma Barrick Gold. Ein überraschender Coup, denn Buffett hatte eigentlich ein Investment in Gold abgelehnt.

Fünf Gründe, warum Sie sich nicht von Gold blenden lassen sollten

Doch so sicher wie es immer gehandelt wird, ist auch eine Anlage in Gold gar nicht. So warnen einige Verbraucherzentralen explizit davor. “Gold ist eine risikoreiche Anlage”, heißt es dort. Tatsächlich hat das angeblich so beliebte Metall auch etliche Nachteile:

  • Es ist ein extrem emotionales Produkt - auch weil es so einen Glanz ausstrahlt
    Doch davon darf man sich nicht blenden lassen: Denn der Preis wird allein am Markt bestimmt. Und dort kann der Wert des Goldes eben auch stark schwanken. Infolge der Finanzkrise zum Beispiel war der Gold-Kurs schon einmal stark gestiegen: Auf über 1900 Dollar im August 2011! Doch danach ging es bergab: Ein Jahr später war der Goldkurs um 12 Prozent gefallen (1675 Dollar), sieben Jahre später stand der Kurs sogar 37 Prozent niedriger (bei knapp 1200 Dollar).
  • Gold wird in US-Dollar gehandelt - und hängt damit auch am Dollarkurs
    Bedeutet: In Euro schlägt sich der Kursanstieg des Goldes also gar nicht so stark wieder wie in den USA. Denn der Dollar hat allein seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro mehr als 5,3 Prozent verloren.
    Entsprechend weniger profitieren die Anleger im Euro-Raum vom Höhenflug des Goldes.
  • Gold erwirtschaftet keine Rendite
    Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen wirft Gold keine regelmäßigen Erträge ab. Das ist gerade für die langfristigen Anleger ein wesentlicher Faktor. Bei Gold gibt es natürlich kein Zinsversprechen wie bei Anleihen von Staaten oder Unternehmen - und auch keine Beteiligung an der positiven Unternehmensentwicklung wie bei Dividenden oder anderen Erträgen für Investments. Deswegen spielen eben bei einer langfristigen Anlagestrategie Aktien eine große Rolle.
  • Es gibt auch sogenanntes Papiergold
    Gold ist nicht gleich Gold. Denn es gibt auch Papiergold - also Papiere die einen Gold-Gegenwert bescheinigen ohne dass dieser überhaupt da ist. Gold ist schließlich wie jedes andere Edelmetall auch ein endlicher Rohstoff.
    Es wird aber viel mehr Gold an den Börsen gehandelt als tatsächliches Gold auf der Welt vorhanden ist. Gerade in den Zeiten, wo Gold so viel gehandelt wird seit der Coronakrise. Die Alternative dazu ist teuer oder gefährlich: Wenn man sich nämlich das Gold in physischer Form aushändigen lässt. Natürlich kann man es in einem – kostenpflichtigen – Schließfach deponieren. Oder man bewahrt es selbst zu Hause auf, was wiederum mit einem Diebstahlrisiko verbunden ist.
  • Gold ist de facto eine Ersatz-Währung
    Was Gold von substanziellen Anlagen unterscheidet: De facto handelt es sich schon immer um eine Ersatzwährung, in die sich Anleger flüchten sobald sie unsichere Zeiten befürchten. Aktuell hat dies auch mit der Schwäche des US-Dollars zu tun, der normalerweise als Krisenwährung gilt. Doch weil die Notenbank Fed unter Druck von US-Präsident Donald Trump weniger Wert auf Stabilität legt, setzen viele Anleger eher auf Gold.
    Doch als De-facto-Ersatzwährung unterliegt Gold großen Kursschwankungen. Die durchschnittliche Volatilität des Goldpreises liegt bei rund 20 Prozent – pro Jahr. Für eine vermeintlich sichere Geldanlage viel zu viel.

Lieber mit Plan investieren

Die bessere Alternative zu einer Spekulation auf einen weiter steigenden Goldpreis: Legen Sie Ihr Geld geplant und mit Strategie an bevor Sie einfach in was investieren, bloß weil gerade überall darüber berichtet wird. Definieren Sie dafür zuerst Ihre Ziele:

  • Wie viel Geld wollen Sie zurücklegen - und wofür?
  • Geht es um einen einmaligen Betrag, den Sie sparen wollen? Oder wollen Sie monatlich Geld zurücklegen? Oder sogar beides?
  • Wie groß ist Ihre persönliche Risikobereitschaft? Wie sicher soll das Geld für Sie angelegt sein und eine Rendite erwirtschaften?

Das hört sich ganz schön kompliziert an? Ist es aber gar nicht. Roboadvisor wie growney können diese wesentlichen Fragen ganz einfach mit Ihnen zusammen beantworten – in nur wenigen Klicks.

So lässt sich Ihr Geld mit einer online Vermögensverwaltung ganz systematisch anlegen. Ohne Gold zwar, aber dafür mit besseren Aussichten auf eine optimale Rendite.



Die richtige Anlagestrategie für Sie? Lassen Sie sich beraten.


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