Die große Angst, in Finanzfragen Fehler zu machen: Mathe in der Schule

Die große Angst, in Finanzfragen Fehler zu machen

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1. Oktober 2020 // Geldanlage

Fundierte Informationen über Geldanlage und Aktienwissen – das bekommen die wenigsten Deutschen in der Schule oder später im frühen Berufsleben beigebracht.

Meistens beginnt man erst dann, wenn der erste gute Job da ist, die wichtigen Finanzfragen zu stellen: Wie soll ich mein Geld investieren? Doch dann fehlt oft das Fachwissen: Wie funktionieren die Aktienmärkte, welches ist der beste ETF, wo gibt es eine sichere Rendite für mein Geld?

Schon sind wir angewiesen auf Berater: Was empfiehlt meine Hausbank, welche Fonds soll ich kaufen, welche Aktie lohnt sich? Die Überlegung, ob diese Investments dann wirklich passen, kommt meistens zu kurz.

Soll das so bleiben? Oder müssen wir in Zukunft stärker die Themen Vorsorge, Finanzwissen und Wirtschaftskompetenz vermitteln?

Andreas Jansen will mit seiner Website Finhelp genau das tun. Im Interview erklärt er, was ihn antreibt.

Andreas Jansen von Finhelp will die Themen Finanzwissen und Finanzbildung angehen

Warum ist Deutschland beim Thema Finanzbildung nicht ganz vorn dabei?

“In Deutschland wird Finanzbildung weder in der Schule, Uni oder auf der Arbeit gelehrt. Das heißt, die klassischen Zugänge zur Weiterbildung bieten dieses Wissen nicht an. Um sich über Geld oder seine persönlichen Finanzen weiterzubilden müssen Leute Eigeninitiative zeigen und erstmal nach alternativen, verlässlichen Quellen suchen. Das ist für viele bereits das erste große Hindernis, an dem sie scheitern.

Ein anderer Teil der Gesellschaft hat sich an unser sicheres Sozialsystem in Deutschland gewöhnt. Wir sind gewohnt, dass der Staat funktioniert und sich schließlich auch um unsere Rente kümmern soll, oder?

Diese Einstellungen müssen wir Deutschen ändern. Wir müssen Initiative zeigen und uns selbst um unsere Finanzbildung und persönlichen Finanzen kümmern.”

Was trägst DU dazu bei, das konkret zu ändern?

“Mein Ziel mit Finhelp ist es einen leichteren Zugang zu Finanzbildung in Deutschland zu schaffen. Dazu bieten wir beispielsweise ein kostenloses finanzielles Check-Up an, mit dem jeder online in nur wenigen Minuten eine Idee bekommt, wo er konkret anfangen kann.

Denn die größte Hürde ist es, keinen Plan zu haben, wo man eigentlich anfangen kann.”

Gab es ein besonderes Ereignis, das Dir verdeutlicht hat wie wenig verbreitet das Thema Finanzbildung in Deutschland ist?

“Ich hatte vor einigen Jahren selber wenig Finanzbildung. Denn, woher auch? Als ich mein erstes Gehalt verdient habe, kam schnell die Frage auf, was mach ich denn jetzt mit meinem eigenen Geld? Ich habe angefangen offen darüber zu sprechen, zu lesen und mich weiterzubilden.

Dann kamen Freunde und Familie, um mich nach Ratschlägen zu fragen. Davon waren viele älter, hatten studiert oder promoviert, waren Ärzte, Anwälte, aber genauso viele Krankenschwestern oder Polizisten. Die gesamte gesellschaftliche Breite also, da wurde mir die Dimension bewusst.”

Wann ist der ideale Zeitpunkt, selbst etwas zu ändern und ins Thema einzusteigen?

“Wir sind als Deutsche geprägt durch ein großes Misstrauen gegenüber der Finanzwelt, weil uns das Wissen fehlt und wir Angst haben Fehler zu machen. Deswegen zögern wir oftmals, das Girokonto zu wechseln, unsere Krankenkasse zu hinterfragen oder den ersten Euro in ein ETF-Depot zu investieren. Wir haben schlichtweg Angst, dabei müssen wir diese Angst nicht haben.

Der richtige Zeitpunkt ist dann, sobald man einen passenden Plan für sich und seine Familie hat. Wenn ich einen Plan habe, habe ich Sicherheit und reduziere mein Risiko. Wie schaffe ich mir diesen Plan? Mit Finanzbildung.”

Ab welchem Alter sollte das Thema auch unseren Kindern nahegebracht werden?

“Es gibt zahlreiche Wege, wie wir unseren Kindern Finanzen nahebringen können. Ich würde jedem Elternteil empfehlen das Buch „Rich Dad, poor Dad“ zu lesen.

Alternativ können wir mit unseren Kindern anfangen Monopoly zu spielen oder sie ermutigen am „Planspiel Börse“ teilzunehmen. Das Buch “Ein Hund namens Money“ von Bodo Schäfer hat mir auch sehr gut gefallen. Wie gesagt, es gibt viele Möglichkeiten. Zu früh zu starten ist fast unmöglich.”

Hast Du 2-3 Beispiele auch für den spielerischen Umgang mit dem Thema?

“Wir lernen heute anders als früher in der Schule. Wer praktisch starten will, dem empfehle ich einen Podcast, einen Finanzkongress, oder einen unserer Online-Kurse zum Thema persönliche Finanzen, Altersvorsorge oder Vermögensaufbau.”

Was ist Dein persönlicher Finanztipp zum Abschluss?

“Ganz egal, welche Lernform man wählt, ob Podcasts, Finanzkongress oder Online-Kurs, wir müssen wieder lernen unsere Leistungszone zu verlassen und erst einmal in unsere Lernzone zurückzugehen, bevor wir das neu gewonnene Wissen anwenden. Was heißt das in der Praxis?

Ein klassisches Beispiel für mich ist Warren Buffet, der sich wochenlang damit beschäftigt zu lesen und zu lernen, welche Aktien er kauft. Die eigentliche Leistung, also der Aktienkauf, erfolgt in wenigen Sekunden. Der normale Arbeitnehmer ist dies nicht gewohnt, denn von ihm wird auf der Arbeit immer direkt Leistung verlangt. Für ihn gilt allerdings das Gleiche, sei es bei der Depoteröffnung, beim ersten ETF-Kauf oder der Aktienauswahl.

Adaptiert man dieses neue Verhalten, wird man auch langfristig finanziell erfolgreich sein. Erst das Lernen, dann das Leisten.”



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