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Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Börse aus?

Ein neuer Krieg im Nahen Osten: Seit dem 28. Februar haben die USA und Israel den Iran angegriffen. Etliche hohe Vertreter der Islamischen Republik Iran wurden direkt zu Beginn der Auseinandersetzung durch Luftangriffe getötet – darunter auch das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei. Welche Auswirkungen wird der Iran-Krieg auf den Aktienmarkt haben? Wir zeigen, was der Nahostkonflikt für Geldanlagen, Börsen und Ölpreis aktuell bedeuten kann.

Hintergrund der Eskalation: Der Iran droht Israel seit Jahrzehnten mit Vernichtung und unterstützt Terrorgruppen wie Hamas, Hisbollah und die Huthis massiv mit Geld und Waffen. Ein Ende der iranischen Programme zur Entwicklung von Atomwaffen und weitreichenden Raketen war zuletzt Thema bei Gesprächen zwischen Iran und den USA. Insbesondere nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar hatten sich international bereits die Forderungen verstärkt, dass die Diktatur im Iran beendet werden müsse.

Nach Angriffen Israels und der USA: Iran-Krieg erfasst gesamte Region

Nach den Luftangriffen Israels und der USA versuchte der Iran offenbar den Nahostkonflikt auszuweiten: Ziele in Israel, Saudi-Arabien, Irak, Syrien, Kuwait, Bahrain, Oman, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien wurden durch iranische Raketen und Drohnen angegriffen.

Selbst die Mittelmeerinsel Zypern sowie Stützpunkte italienischer und französischer Truppen wurden seitens des Iran attackiert. Mehrere Raketenangriffe auf das Nato-Mitglied Türkei wurden durch Abfangsysteme gestoppt. Aserbaidschan beklagte einen Drohnenangriff aus dem Iran. Aus dem Libanon beteiligte sich zudem die Terrorgruppe Hisbollah an Angriffen auf Israel.

Betroffen waren auch Touristen in Dubai, wo Teile iranischer Raketen und Drohnen Hotels beschädigten und in Brand setzten. Der Flugverkehr in die Region wurde angesichts der Eskalation im Nahostkonflikt zeitweise komplett ausgesetzt. Iran bedrohte außerdem den kompletten Schiffsverkehr im Persischen Golf mit Angriffen, mehrere zivile Frachter wurden in Brand geschossen.

Seit dem Morgen des 8. April gilt ein Waffenstillstand. Das bedeutet, dass USA, Israel und Iran aktuell auf gegenseitige Angriffe verzichten. Die Vereinbarung soll zwei Wochen gelten.

Der Iran-Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen

Experten sehen insbesondere die Sperrung der Straße von Hormus mit Besorgnis. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman trennt den Persischen Golf vom Indischen Ozean. Tanker, die Erdöl und Erdgas aus den Ölstaaten am Golf exportieren, müssen hier entlangfahren. Mit einer Blockade kann der Iran also die Öllieferungen und Gastransporte weltweit bedrohen.

Analysten der Barclays Bank gingen direkt nach Beginn des Konflikts von einem Anstieg des Ölpreises auf rund 100 US-Dollar aus, etwa ein Drittel mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs. Ein stark steigender Ölpreis hat in der Regel negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Denn viele Branchen sind auf Energie aus Öl und Gas angewiesen.

Nach stark gestiegenen Weltmarktpreisen für Öl und Gas hat der Waffenstillstand dazu geführt, dass der Ölpreis aktuell fällt. In der Vereinbarung hat der Iran aktuell zugesichert, den freien Schiffsverkehr wieder zu ermöglichen - insbesondere für Gas- und Öllieferungen.

Welche Auswirkungen wird der Iran-Krieg auf den Aktienmarkt haben?

Die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs führte im März an der Börse zu fallenden Kursen. Höhere Kosten könnten das Wirtschaftswachstum bremsen. Insbesondere geht es dabei um alle Branchen, die energieintensiv produzieren oder auf lange Transportwege angewiesen sind.

Wenn der Ölpreis steigt, werden in diesen Bereichen Produktion und Transport deutlich teurer. Konkret sind Branchen wie Maschinenbau, Chemie, Pharma, Metallverarbeitung, Automobil, aber auch Luftfahrt und Logistik besonders betroffen. Insgesamt könnte der Iran-Krieg damit zu einer höheren Inflation führen.

Für die Frage „Welche Auswirkungen wird der Iran-Krieg auf den Aktienmarkt haben?“ wird insbesondere von Bedeutung sein, ob die rund fünfwöchige Eskalation im Nahostkonflikt nun beendet ist und ob eine erneute Blockade der Öllieferungen zu befürchten ist.

Das können Anlegerinnen und Anleger jetzt tun

Zentral bei der Frage „Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Börse aus?“ sind die Handlungsoptionen für Anlegerinnen und Anleger. Dabei sind folgende Aspekte wichtig:

  • Dass die Börse aktuell stark auf den Iran-Krieg reagiert, ist normal. Eine ähnliche Reaktion zeigt sich auch bei anderen politischen Ereignissen, etwa wenn US-Präsident Trump weltweite Zölle ankündigt oder Grönland bedroht.
  • Oft sind solche Kursentwicklungen nur von kurzer Dauer. In der Folge erholen sich die Kurse schnell wieder. Wer bei fallenden Kursen verkauft, geht das hohe Risiko ein, diese Erholungsphase zu verpassen. Eine ausführliche Studie zeigt, dass dadurch die Rendite einer Geldanlage deutlich verringert wird.
  • Historisch betrachtet kann es sich tatsächlich lohnen, wenn Anlegerinnen und Anleger kurze Schwächephasen an der Börse für zusätzliche Investitionen nutzen. Eine bekannte Börsenweisheit fasst diese Erfahrung so zusammen: „Aktien kaufen, wenn die Kanonen donnern“.

Entscheidend für die weitere Entwicklung von Kursen ist schließlich vor allem der Ausblick auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Diese ist meistens deutlich stärker von Fundamentaldaten der Unternehmen und Innovationen wie der Künstlichen Intelligenz abhängig als von politischen Einflüssen.

US-Präsident Donald Trump äußerte mehrfach, dass er sich ein Ende des Konflikts wünscht. Angkündigt sind jetzt Verhandlungen mit dem Iran: Trump hat angedeutet, dass er zu Gesprächen bereit ist. Dadurch gab es bereits die ein oder andere zwischenzeitliche Kurserholung an den Börsen. So machte sich nach dem verkündeten Waffenstillstand vom 8. April direkt positiv bemerkbar, dass der Ölpreis aktuell fällt.

Vergleich mit früheren Konflikten: Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Börse aus?

Es bleibt nicht aus, dass Konflikte wie der Iran-Krieg die Börse aktuell beeinflussen. Anlegerinnen und Anleger tun aber gut daran, Ruhe zu bewahren und die eigenen Ziele der Geldanlage im Blick zu behalten. Insbesondere für Vermögensaufbau und Altersvorsorge haben solche Konflikte kaum Auswirkungen von längerer Dauer.

Das zeigt insbesondere ein Blick auf frühere Kriege in der Region.

  • Eine Blockade der Straße von Hormus durch iranische Einheiten gab es bereits in den 1980er Jahren: Der Krieg zwischen Irak und Iran wurde damals auch Tankerkrieg genannt, weil gezielt Tanker angegriffen wurden, um die weltweiten Öllieferungen zu beeinträchtigen. Das ist durchaus vergleichbar mit den Drohungen, die der Iran aktuell verlauten lässt. Einen langfristig negativen Effekt auf die Börsenentwicklung hatte das nicht, wie sich am Beispiel des US-Index S&P 500 zeigt.

    Grafik mit Beispiel zur Frage: Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Börse aus?

  • Ähnlich die Entwicklung nach dem Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre, als der Irak unter Diktator Saddam Hussein das Nachbarland Kuwait überfiel und die Kontrolle über die dortige Ölproduktion übernahm.

    Chart zeigt Börsenentwicklung: Welche Auswirkungen wird der Iran-Krieg auf den Aktienmarkt haben?

     

  • Der mögliche Einfluss eingeschränkter Energielieferungen ließ sich zuletzt am Beispiel des russischen Überfalls auf die Ukraine seit Februar 2022 beobachten. Trotz gestiegener Inflation und fortgesetzter Dauer dieses Angriffskrieges konnten sich die Märkte sehr positiv entwickeln.

    Grafik zeigt Folgen an der Börse: USA-Iran-Krieg und Aktienkurse aktuell

     

Fragen zum USA-Iran-Krieg? Unser Serviceteam steht zur Verfügung

Selbstverständlich behalten wir von growney die Anlagestrategien unserer Kundinnen und Kunden stets im Blick. Dazu gehört auch die Überprüfung, ob Anlageklassen und ETFs auch in veränderten Marktsituationen noch geeignet sind, die Ziele zu erreichen. Falls nicht, nehmen wir Änderungen in den Portfolios vor. Das passiert automatisch, ohne dass die Kundinnen und Kunden von growney selbst aktiv werden müssen.

Das Serviceteam von growney beantwortet gerne alle wichtigen Fragen zur Geldanlage und zur aktuellen Situation durch den USA-Iran-Krieg.

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Dieser Artikel ist am 03. März 2026 erstmals erschienen und wurde danach mehrfach aktualisiert.

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