Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Börse aus?
Hintergrund der Eskalation: Der Iran droht Israel seit Jahrzehnten mit Vernichtung und unterstützt Terrorgruppen wie Hamas, Hisbollah und die Huthis massiv mit Geld und Waffen. Ein Ende der iranischen Programme zur Entwicklung von Atomwaffen und weitreichenden Raketen war zuletzt Thema bei Gesprächen zwischen Iran und den USA. Insbesondere nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar hatten sich international bereits die Forderungen verstärkt, dass die Diktatur im Iran beendet werden müsse.
Nach Angriffen Israels und der USA: Iran-Krieg erfasst gesamte Region
Nach den Luftangriffen Israels und der USA versucht der Iran aktuell offenbar den Nahostkonflikt auszuweiten: Ziele in Israel, Saudi-Arabien, Irak, Syrien, Kuwait, Bahrain, Oman, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien wurden durch iranische Raketen und Drohnen angegriffen.
Selbst die Mittelmeerinsel Zypern sowie Stützpunkte italienischer und französicher Truppen wurden seitens des Iran attackiert. Mehrere Raketenangriffe auf das Nato-Mitglied Türkei wurden durch Abfangsysteme gestoppt. Aserbaidschan beklagte einen Drohnenangriff aus dem Iran. Aus dem Libanon beteiligt sich zudem die Terrorgruppe Hisbollah an Angriffen auf Israel.
Betroffen sind auch Touristen in Dubai, wo Teile iranischer Raketen und Drohnen Hotels beschädigten und in Brand setzten. Der Flugverkehr in die Region wurde angesichts der Eskalation im Nahostkonflikt zeitweise komplett ausgesetzt. Iran bedroht außerdem den kompletten Schiffsverkehr im Persischen Golf mit Angriffen, mehrere zivile Frachter wurden bereits in Brand geschossen.
Der Iran-Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen
Experten sehen insbesondere die Sperrung der Straße von Hormus mit Besorgnis. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman trennt den Persischen Golf vom Indischen Ozean. Tanker, die Erdöl und Erdgas aus den Ölstaaten am Golf exportieren, müssen zwingend hier entlangfahren. Mit der angekündigten Blockade kann der Iran aktuell also die Öllieferungen und Gastransporte weltweit bedrohen.
Analysten der Barclays Bank gingen direkt nach Beginn des Konflikts von einem Anstieg des Ölpreises auf rund 100 US-Dollar aus, etwa ein Drittel mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs. Tatsächlich ist bereits zu beobachten, dass der Ölpreis aktuell steigt.
Die Freigabe von Ölreserven soll den Preisanstieg abbremsen. Ein stark steigender Ölpreis hat in der Regel negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Denn viele Branchen sind auf Energie aus Öl und Gas angewiesen.
Welche Auswirkungen wird der Iran-Krieg auf den Aktienmarkt haben?
Die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen führt an der Börse aktuell zu fallenden Kursen. Höhere Kosten könnten das Wirtschaftswachstum bremsen. Insbesondere geht es dabei um alle Branchen, die energieintensiv produzieren oder auf lange Transportwege angewiesen sind.
Wenn der Ölpreis aktuell steigt, werden in diesen Bereichen Produktion und Transport deutlich teurer. Konkret sind Branchen wie Maschinenbau, Chemie, Pharma, Metallverarbeitung, Automobil, aber auch Luftfahrt und Logistik besonders betroffen. Insgesamt könnte der Iran-Krieg damit zu einer höheren Inflation führen.
Geldanlagen, die als Stabilitätsanker gelten, verzeichnen in solchen kurzen Phasen eher steigende Kurse. Das gilt etwa für Gold oder US-Staatsanleihen. Der US-Dollar gewinnt gegenüber dem Euro an Wert.
Für die Frage „Welche Auswirkungen wird der Iran-Krieg auf den Aktienmarkt haben?“ wird aber insbesondere von Bedeutung sein, wie lange die aktuelle Eskalation im Nahostkonflikt andauert und ob es zu einer längeren Blockade der Öllieferungen kommen wird.
Das können Anlegerinnen und Anleger jetzt tun
Zentral bei der Frage „Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Börse aus?“ sind die Handlungsoptionen für Anlegerinnen und Anleger. Dabei sind folgende Aspekte wichtig:
- Dass die Börse aktuell stark auf den Iran-Krieg reagiert, ist normal. Eine ähnliche Reaktion zeigt sich auch bei anderen politischen Ereignissen, etwa wenn US-Präsident Trump weltweite Zölle ankündigt oder Grönland bedroht.
- Oft sind solche Kursentwicklungen nur von kurzer Dauer. In der Folge erholen sich die Kurse schnell wieder. Wer bei fallenden Kursen verkauft, geht das hohe Risiko ein, diese Erholungsphase zu verpassen. Eine ausführliche Studie zeigt, dass dadurch die Rendite einer Geldanlage deutlich verringert wird.
- Historisch betrachtet kann es sich tatsächlich lohnen, wenn Anlegerinnen und Anleger kurze Schwächephasen an der Börse für zusätzliche Investitionen nutzen. Eine bekannte Börsenweisheit fasst diese Erfahrung so zusammen: „Aktien kaufen, wenn die Kanonen donnern“.
Entscheidend für die weitere Entwicklung von Kursen ist schließlich vor allem der Ausblick auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Diese ist meistens deutlich stärker von Fundamentaldaten der Unternehmen und Innovationen wie der Künstlichen Intelligenz abhängig als von politischen Einflüssen.
US-Präsident Donald Trump äußerte mehrfach, dass der Konflikt bald beendet sein könnte. Möglicherweise gibt es hinter den Kulissen bereits Verhandlungen mit dem Iran: Trump hat angedeutet, dass er zu Gesprächen bereit ist. Immer wieder beteuert er, der Krieg sei in seiner finalen Phase.
Dadurch gab es bereits die ein oder andere zwischenzeitliche Kurserholung an den Börsen. Im Gespräch ist aber auch, dass durch militärische Präsenz der Schiffsverkehr in der Region abgesichert wird.
Vergleich mit früheren Konflikten: Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Börse aus?
Es bleibt nicht aus, dass Konflikte wie der Iran-Krieg die Börse aktuell beeinflussen. Anlegerinnen und Anleger tun aber gut daran, Ruhe zu bewahren und die eigenen Ziele der Geldanlage im Blick zu behalten. Insbesondere für Vermögensaufbau und Altersvorsorge haben solche Konflikte kaum Auswirkungen von längerer Dauer.
Das zeigt insbesondere ein Blick auf frühere Kriege in der Region.
Eine Blockade der Straße von Hormus durch iranische Einheiten gab es bereits in den 1980er Jahren: Der Krieg zwischen Irak und Iran wurde damals auch Tankerkrieg genannt, weil gezielt Tanker angegriffen wurden, um die weltweiten Öllieferungen zu beeinträchtigen. Das ist durchaus vergleichbar mit den Drohungen, die der Iran aktuell verlauten lässt. Einen langfristig negativen Effekt auf die Börsenentwicklung hatte das nicht, wie sich am Beispiel des US-Index S&P 500 zeigt.

Ähnlich die Entwicklung nach dem Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre, als der Irak unter Diktator Saddam Hussein das Nachbarland Kuwait überfiel und die Kontrolle über die dortige Ölproduktion übernahm.

Der mögliche Einfluss eingeschränkter Energielieferungen ließ sich zuletzt am Beispiel des russischen Überfalls auf die Ukraine seit Februar 2022 beobachten. Trotz gestiegener Inflation und fortgesetzter Dauer dieses Angriffskrieges konnten sich die Märkte sehr positiv entwickeln.

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