US-Wahl 2026: Folgen für Finanzen und Börse
Traditionell zeigt sich bei den US-Zwischenwahlen (den „Midterms“), wie zufrieden die Wählerinnen und Wähler mit der Politik des US-Präsidenten sind.
Die Abstimmung findet am 03. November 2026 statt – in den USA wird traditionell dienstags gewählt.
Was bedeuten die US-Midterms 2026?
Donald Trump selbst steht nicht zur Wahl. Es entscheidet sich aber, ob seine Republikanische Partei weiter eine Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses hat.
- Das Repräsentantenhaus (435 Sitze) wird komplett neu gewählt. Wie viele Repräsentanten ein US-Bundesstaat entsenden darf, hängt von der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner ab.
- Der Senat (100 Sitze) wird nur zu rund einem Drittel neu gewählt: 35 Senatssitze stehen bei den Midterms 2026 zur Abstimmung.


Zusätzlich stehen in 36 US-Bundesstaaten Gouverneurswahlen an. Hier wird also entschieden, wer künftig den Bundesstaat führen soll – ohne Einfluss auf die landesweite Politik.
US-Zwischenwahlen 2026: Folgen für Donald Trump
Bislang hat die Republikanische Partei von Donald Trump eine knappe Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses: im Repräsentantenhaus und im Senat. Durch die US-Zwischenwahlen könnte sich das ändern. Für US-Präsidenten Donald Trump könnte es dann schwieriger werden, seine Politik durchzusetzen.
Als US-Präsident regiert Donald Trump im Wesentlichen mit Verfügungen (Executive Orders). Der US-Kongress kann mit Gesetzen und der Kontrolle über den US-Haushalt dagegensteuern. Durch die Mehrheit der Republikaner in beiden Kammern war das bislang nur selten der Fall.
Folgen der US-Wahl 2026 für die Wirtschaft, die Außenpolitik und andere wichtige Themenbereiche könnten sein, dass der US-Präsident also weniger Alleingänge starten kann bzw. die Demokratische Partei mit einer Mehrheit eigene Gesetze auf den Weg bringen kann.
Themen im Wahlkampf zu den Midterms 2026: Folgen von Trumps Politik
Geprägt wird die US-Wahl 2026 stark von wirtschaftlichen Themen. Die protektionistische Zollpolitik Donald Trumps und der Iran-Krieg haben in den USA zu einer erhöhten Inflation geführt.
Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 hat die Zustimmung zur Politik Donald Trumps deutlich abgenommen. Aktuell äußern in Umfragen nur rund 36 Prozent der Befragten, dass sie mit dem Kurs des US-Präsidenten zufrieden sind. Unzufrieden äußern sich dagegen knapp 61 Prozent.

Zuletzt hatte es in der eigenen Partei immer wieder Unmut über Donald Trump gegeben. Kritisiert wurde u.a. seine russlandfreundliche Politik und die wenig berechenbare Zoll- und Handelspolitik des US-Präsidenten.
Trumps Politik: Auswirkungen auf die Börse
Donald Trump gilt als besonders impulsiver US-Präsident, seine Politik als wenig berechenbar. Oft wird daraus eine höhere Volatilität an den Börsen abgeleitet. Beim Vergleich wichtiger Börsenplätze fällt für den Zeitraum der letzten 20 Monate allerdings auf:
- Die Volatilität an den Aktienmärkten ist für die USA und Europa sogar geringer als im langjährigen Durchschnitt.
- Gegenüber der relativ ruhigen Phase von Juni 2023 bis Februar 2025 sind die Märkte während der Präsidentschaft Donald Trumps etwas volatiler geworden.
- Besonders hohe Kursschwankungen wurden durch die Ankündigung von US-Strafzöllen im April 2025 ausgelöst. Seitdem haben sich die Kurse aber wieder erholt.

Zuletzt hatten sich vor allem Sorgen um die Inflation und steigende Zinsen deutlich an den Märkten bemerkbar gemacht. Steigende Zinsen bremsen den privaten Konsum und machen die Kreditaufnahme für Unternehmen teurer.
US-Zwischenwahlen 2026: Wahlausgang und Prognosen
Das wahrscheinlichste Szenario für das Ergebnis der US-Zwischenwahlen 2026: US-Präsident Donald Trump sieht sich einer Mehrheit der Demokraten in einer oder sogar in beiden Kammern des US-Kongress gegenüber.
Mit Gesetzen oder der Kürzung von Haushaltsmitteln könnte der US-Kongress dann größeren Einfluss auf die Politik des Landes nehmen.
Die letzten Umfragen legen nahe, dass
- die Demokratische Partei im US-Repräsentantenhaus ziemlich sicher eine Mehrheit erreichen kann. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei rund 90 Prozent.
- für den US-Senat ein eher knappes Ergebnis zu erwarten ist. Eine Mehrheit der Demokratischen Partei gilt als wahrscheinlicher, als dass Donald Trumps Republikaner ihre bisherige Mehrheit verteidigen.
Welche Folgen hat der Wahlausgang für Zölle und Welthandel?
Zunächst keine. Die Zölle auf viele ausländische Waren hat der US-Präsident durch Verordnungen verhängt. Eine schnelle Änderung direkt nach den Midterms ist also nicht zu erwarten.
Der neue US-Kongress tritt zudem erst nach einer zweimonatigen Übergangsphase zusammen – die Arbeit der neu gewählten Abgeordneten beginnt am 3. Januar 2027. Dann wird sich zeigen, ob der US-Präsident auf die eventuellen neuen Mehrheiten Rücksicht nehmen wird.
Wie reagiert die Börse auf die US-Zwischenwahlen?
Dass die US-Wahl 2026 Auswirkungen auf die Börse in größerem Ausmaß haben wird, ist nicht zu erwarten.
Ein Blick auf vergangene US-Zwischenwahlen zeigt, dass die Unsicherheit über den Wahlausgang vor dem Wahltermin zu deutlich stärkeren Kursentwicklungen führt als das Wahlergebnis selbst. In den letzten Wochen war an den US-Börsen genau das zu beobachten.
Und wenn der US-Kongress künftig nicht mehr von Donald Trumps Republikanern kontrolliert wird? Für Anlegerinnen und Anleger war es in den vergangenen 50 Jahren eher von Vorteil, wenn Präsidentenamt und US-Kongress von verschiedenen Parteien kontrolliert wurden. In diesen Phasen ließ sich mit US-Aktien im Durchschnitt eine bessere Rendite erzielen.
Hintergrund: Tiefgreifende politische Veränderungen werden bei politisch unterschiedlichem US-Präsidenten und US-Kongress unwahrscheinlicher. Für Unternehmen wie für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das eine höhere Aussicht auf Stabilität.

Größeren Einfluss als die Politik dürften ohnehin makroökonomische Faktoren haben: Also die Entwicklung der Konjunktur, das Effizienzpotenzial durch Künstliche Intelligenz und die Geldmarkt- und Zinspolitik schlagen sich stärker in Unternehmenszahlen nieder als der Wahlausgang.
Besonders gut aufgestellt sind Anlegerinnen und Anleger ohnehin mit einem breit diversifizierten Investment, das die weltweiten Märkte und einen zu starken Fokus auf ein einzelnes Land – wie die USA – ausdrücklich vermeidet. Genau das ist der Ansatz von growney, nachzulesen in unserem wissenschaftlichen Ansatz für ETF-Strategien.
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