Streit um Grönland: Trump-Zölle bewegen die Kapitalmärkte
Erst mit einem Grönland-Abkommen am Mittwoch (21. Januar 2026) beruhigte sich die Lage.
Große Aufregung kennzeichnete das Marktgeschehen in den ersten Wochen des neuen Jahres. Grund einmal mehr: Äußerungen von Donald Trump. Grönland sei von strategischem Interesse. Die USA müssten das zu Dänemark gehörende Gebiet kontrollieren oder besitzen, so der US-Präsident. Dabei gehe es ihm um die strategische Lage des Gebiets und um die Bodenschätze, u.a. seltene Erden sowie zahlreiche Metalle und Industriemineralien.
Wohl um einen „Deal“ zu erzwingen, kündigte er dann Zölle gegen EU-Staaten an, die sich dafür aussprachen, dass Grönland weiter Teil Dänemarks bleibt. Drohungen, die an den Aktienmärkten erneut für Unruhe sorgten.
Warum mögliche Trump-Zölle die Börsen belasten
Für europäische Aktien bedeuten die angedrohten Trump-Zölle, dass Unternehmen mit geringeren Absätzen in den USA rechnen müssen. Das belastet die künftigen Unternehmensergebnisse. Deutsche Aktien wie z.B. aus der Autoindustrie sind davon besonders betroffen.
Aber auch US-Aktien litten unter der Drohung. Denn die EU kündigte an, sowohl das bereits vereinbarte Handelsabkommen mit den USA aufzukündigen als auch ebenfalls Zölle zu verhängen. Dadurch erhöhen sich tendenziell die Kosten für US-Verbraucher und Europa wird als Absatzmarkt für US-Unternehmen deutlich unattraktiver.
Von den heftigen Kursbewegungen auch betroffen: US-Staatsanleihen. Hintergrund: Das Verhalten von US-Präsident Trump nährt die Zweifel, ob die USA noch ein verlässlicher politischer, wirtschaftlicher und militärischer Partner sind. Private wie öffentliche Investoren verlieren deshalb das Interesse an den Papieren. Dänische und schwedische Pensionsfonds gaben beispielsweise bekannt, sie hätten sich von US-Staatsanleihen getrennt. Ein Verhalten, dass mittlerweile auch „Sell America“ genannt wird.
Auffällig: Die Märkte in anderen Regionen waren weit weniger belastet. Schließlich bedeuten Trump-Zölle gegen Europa und entsprechende Gegenzölle der EU, dass sich der Handel dieser Länder in andere Regionen wie Japan, Indien, China oder Lateinamerika verlagern könnte.
Kurzfristige Kursbewegungen
Die Kursbewegungen waren heftig - aber kurz.
Denn bei seinem Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos äußerte Donald Trump: Grönland werde nicht mit Gewalt erobert. Nur wenig später wurde dann ein Grönland-Abkommen verkündet. So sollen die USA angeblich Mitsprache haben, wenn andere Staaten in Grönland investieren oder Rohstoffe ausbeuten wollen. Militärisch bietet bereits ein Grönland-Abkommen von 1951 den USA die Möglichkeit, Stützpunkte auf dem Gebiet zu errichten. Künftig sollen sich hier aber europäische Nato-Staaten stärker engagieren.
Nach wenigen schlechten Börsentagen sorgte diese Trump-News direkt für steigende Kurse. Vor allem, weil die angedrohten Trump-Zölle gegen Europa damit vom Tisch sind.
Eine starke Parallele zum April 2025: Auch da sorgte die Ankündigung von Trump-Zöllen für eine kurze Schwächephase an den Kapitalmärkten. Auf einen Rückzieher des US-Präsidenten folgte dann ebenfalls ein Kursanstieg.
Hohe Volatilität bei jeder Trump-News
Auffällig ist, dass die Volatilität etwas zugenommen hat. Experten erwarten, dass dies die Märkte 2026 weiterhin betreffen wird. Jede unerwartete Trump-News hat das Potenzial, Anleger weltweit zu verunsichern.
Doch wie in diesem Beispiel erholen sich die Märkte in der Regel schnell wieder. Die Börsenweisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“ beschreiben dieses Phänomen. Hintergrund: An den Börsen geht es oft um die Unternehmens- und Marktentwicklung in den nächsten Jahren. Politische Aussagen oder Handlungen haben oft einen deutlich kürzeren Zeithorizont.
Die aktuelle Diskussion um Trump-Zölle gegen Europa ist dafür ein gutes Beispiel.
Entspannt bleiben und langfristig denken
Kurzfristige Schwächephasen an den Kapitalmärkten sind ganz normal. Zahlreiche Ereignisse zeigen, dass sich die Kurse nach solchen Phasen direkt wieder erholen. Neben den Trump-Zöllen zeigte sich das auch beim Ukraine-Krieg, dem Corona-Schock und selbst bei der Finanzkrise.
Gerade Anleger, die lang- und mittelfristig investieren, können in einer solchen Situation also ganz entspannt bleiben. Es bietet sich lediglich an, durch geschicktes Risikomanagement den Effekt solcher Schwächephase zu verringern.
Eine wichtige Form des Risikomanagements ist eine breite Diversifikation in viele Länder und Märkte. So zeigte sich, dass Märkte außerhalb Europas und den USA weit weniger von den letzten Trump-News betroffen waren. Schon im gesamten Börsenjahr 2026 zeigten sich die Vorteile einer breiten Diversifikation: Weil US-Aktien sich insgesamt schwächer entwickelten, konnten Anleger in anderen Regionen erneut eine starke Rendite erzielen.
Der Wert Deiner Kapitalmarktanlage kann fallen oder steigen.
