Was viele bei der Rentenberechnung übersehen
Gerade wer noch einige Jahre bis zum Rentenalter hat, sollte bedenken, dass die Rentenzahlung jedes Jahr an Kaufkraft verliert. Das ist eine besondere Herausforderung für die Rentenberechnung. 2026 mag zum Beispiel ein Rentenbetrag von 2.000 Euro viel klingen, aber wer erst 15 oder 25 Jahre später in Rente geht, kann sich dafür voraussichtlich weniger leisten.


Dabei sind unterschiedliche Arten der Rente zu unterscheiden:
- Staatliche Rente: Für monatliche Zahlungen der Deutschen Rentenversicherung gilt eine jährliche Erhöhung zum 1. Juli. Aktuell orientiert sich die Rentenerhöhung an der durchschnittlichen Lohnentwicklung in Deutschland. Dies soll sich ändern, um die Kosten der Rentenversicherung zu senken.
- Private Rente: Bei der privaten Altersvorsorge wird in der Regel ein fester monatlicher Betrag ausgezahlt. Oft kann vereinbart werden, dass der Auszahlungsbetrag jährlich steigt (Dynamisierung) – entsprechend fällt die Zahlung anfangs geringer aus.
Die große Vielzahl an Möglichkeiten ist der Grund dafür, dass ein einfacher Rentenrechner kaum möglich ist, auch wenn ihn sich viele Menschen wünschen.
Wie wirkt sich die Inflation auf die Rente aus?
Manche Beispielberechnungen gehen von sehr hohen Beträgen aus, die notwendig sind, um das Alter abzusichern. Denn hier wird der Effekt der Inflation bereits einberechnet. So zeigt eine Beispielrechnung für heute 35-Jährige: Im Alter könnten sie 6.700 Euro Rente im Monat benötigen.
Die wesentlichen Unsicherheitsfaktoren:
- Eine Analyse zeigt, dass über längere Zeiträume (z.B. 2000 bis 2011) die staatliche Rente langsamer gewachsen ist als die Inflation. Rentnerinnen und Rentner können sich in solchen Phasen Jahr für Jahr weniger leisten.
- Wer mit einer privaten Vorsorge die Rentenlücke schließen will, muss die Inflation mitdenken – die Rentenlücke also in der Zukunft berechnen und nicht nach heutigen Werten.
Bei der Antwort auf die Frage „Wie wirkt sich die Inflation auf die Rente aus?“ müssen diese Faktoren also berücksichtigt werden.
Wie entsteht Inflation
Rentenberechnung: Wie kann ich meine Rente selber ausrechnen?
Leider ist eine Rentenberechnung kompliziert. Insbesondere, wenn das Rentenalter noch etwas in der Zukunft liegt. Ein einfacher Rentenrechner kann gar nicht alle Möglichkeiten mitbedenken. Also: Wie kann ich meine Rente selber ausrechnen?
Was dafür benötigt wird:
Staatliche Rente: Renteninformation
Die Deutsche Rentenversicherung schickt allen Versicherten, die 27 Jahre oder älter sind, jährlich eine Renteninformation. Diese zeigt, welcher Rentenanspruch besteht, wenn die Versicherten bis zum Rentenalter wie bisher weiterarbeiten und ihr Gehalt sich genauso entwickelt wie das Durchschnittsgehalt in Deutschland. Die Renteninformation nennt Bruttowerte, das heißt von der Rente sind noch Steuern und Versicherungsabgaben abzuziehen. Der Kaufkraftverlust durch die Inflation ist nicht berücksichtigt.Zusätzliche Altersvorsorge: Standmitteilung
Versicherungen wie die betriebliche Altersvorsorge, eine Riester-Rente, die Rürup-Rente oder das neue Altersvorsorgedepot sind hier hinzuzurechnen. Versicherte bekommen eine jährliche Standmitteilung zu ihren Verträgen, die Ansprüche lassen sich auch im Portal der Deutschen Rentenversicherung zusammenfassen. Für alle diese Versicherungen gilt: es wird kein Kaufkraftverlust einberechnet.Private Renten und Geldanlagen: Übersicht
Die private Vorsorge bietet sehr flexible Möglichkeiten, die Rentenlücke zu schließen oder abzumildern. Dazu gehören auch ETF-Geldanlagen, Sparpläne oder andere Sparformen. Vermögen aus diesen Anlagen kann deutlich flexibler genutzt werden – ganz nach Bedarf, aber eben auch als Auszahlplan oder als lebenslange Rente. Wie lange das Geld reicht, hängt vom erreichten Kapital ab. Auch hier berücksichtigt die monatliche Auszahlung keinen Kaufkraftverlust.
Rentenlücke berechnen
Die größte Rechenaufgabe steckt in der Ermittlung der Rentenlücke. Wer mit seinem Nettogehalt auskommt, sollte im Alter mit 80 % dieses Gehalts rechnen. Demgegenüber stehen die Ansprüche der staatlichen Rentenversicherung sowie weiterer Versicherungen und Geldanlagen. Die Differenz muss um den Inflationsfaktor (z.B. 2 % pro Jahr) ergänzt werden. Denn der Kaufkraftverlust wird umso stärker, je mehr Jahre noch bis zum Rentenalter vergehen. Das macht die Antwort auf die Frage „Wie kann ich meine Rente selber ausrechnen?“ so kompliziert.
Zur BerechnungsformelBeispiel: Bei 2 % jährlicher Inflation hat ein Betrag nach 10 Jahren nur noch 82 % der Kaufkraft, nach 20 Jahren nur noch 67 %.

Unsicherheiten bei der Rentenberechnung
Die Inflation ist tatsächlich ein großer Unsicherheitsfaktor. Mit einer höheren Inflation steigt auch der Kaufkraftverlust:
- Bei 2 % Inflation pro Jahr halbiert sich die Kaufkraft nach 35 Jahren.
- Bei 2,5 % p.a. ist die Kaufkraft bereits nach 28 Jahren halbiert.
- Bei 3 % p.a. sogar schon nach 23 Jahren.

Hinzu kommt ein sinkendes Rentenniveau. Das aktuelle Niveau der staatlichen Rente (48 % des Durchschnittsverdienstes) ist gesetzlich nur bis 2031 garantiert. Danach wird es höchstwahrscheinlich sinken. Und zwar für alle – also auch für Menschen, die dann bereits eine Rente bekommen.
Deswegen gilt: Je weiter Du vom Rentenalter entfernt bist, um so größer ist der Unsicherheitsfaktor. Das macht die Rentenberechnung 2026 schwieriger als eine Berechnung in der Zukunft.
Das kannst du selbst für Deine persönliche Rentenberechnung tun
1. Ruhig bleiben
Oft ist die Beschäftigung mit der Rente und Altersabsicherung mit Ängsten und Sorgen verbunden. Beschäftige Dich am besten in aller Ruhe damit.
2. Überblick verschaffen
Nutze die Werte aus der jährlichen Renteninformation und weiterer Versicherungen/Geldanlagen, um zu sehen, welche Ansprüche Du hast.
3. Eigenes Beispiel für die Rente ausrechnen
Mit den Werten kannst Du Deine eigene Rentenlücke berechnen. So näherst Du Dich dem Thema systematisch.
4. Zusätzlich vorsorgen
Da die staatliche Rente schon bald für alle sinken wird, ist es unbedingt sinnvoll, zusätzlich Geld zurückzulegen. Besonders flexibel geht das mit einer ETF-Vermögensverwaltung oder ETF-Rentenversicherung.
5. Überprüfe in einigen Jahren, was sich geändert hat
Zur Sicherheit solltest Du die Bestandsaufnahme und Berechnung ab und zu wiederholen, zum Beispiel in fünf Jahren. So stellst Du sicher, dass Veränderungen im Rentensystem oder eine stärkere Inflation berücksichtigt werden.
Lass Dich unterstützen
Bei dem Thema bist Du nicht allein. Lass Dich von Experten unterstützen. growney bietet eine Reihe von kostenlosen Angeboten wie
- ein einfacher Rentenrechner für den ersten Überblick
- Vergleichvon Rentenversicherung und Vermögensverwaltung
- Webinaren
- ein individuelles Gespräch zum Thema ETF-Vorsorge
Tipp: Achte auf Flexibilität
Dein Leben ist meist noch komplexer als die Planung oder die Rentenberechnung. 2026 können Deine Bedürfnisse und Wünsche ganz anders aussehen als in einigen Jahren. Achte deshalb bei Geldanlagen auf flexible Möglichkeiten.
Bei unserer ETF-Vermögensverwaltung und der ETF-Rentenversicherung kannst du einfach und kostenlos eine (Teil-)Auszahlung oder Kündigung veranlassen. So ist sichergestellt, dass Du bei Bedarf an Dein Vermögen herankommst, wenn sich Deine Pläne ändern.
Der Wert Deiner Kapitalmarktanlage kann fallen oder steigen.
