Quartalsbericht Q3/2026: Entwicklung an den Märkten
In Kürze
- Zinsen steigen weltweit, Anleihen unter Druck
- Ölpreis treibt Inflation an, Notenbanken reagieren
- Euro fällt leicht gegenüber US-Dollar
- US-Aktien trotzen höheren Zinsen, andere Regionen mit leichten Verlusten
- Klassische Portfolios: nur die reine Aktienstrategie im Plus
- Nachhaltige Geldanlage: Wertentwicklung der Strategien
- Geldmarkt-Strategie profitiert von höheren Zinsen
- ETFs und Anlageklassen im Überblick
- Hohe Servicequalität bei der Geldanlage
- Was ändert sich bei growney?
Anleihemärkte im Fokus: Zinsen steigen weltweit
Ungewöhnlich deutlich traten im dritten Quartal die weltweiten Anleihemärkte in den Blickpunkt der Anlegerinnen und Anleger.
Die Renditen 30-jähriger US-amerikanischer Staatsanleihen stiegen zum Quartalsende auf 5,63 % und damit auf den höchsten Stand seit über 20 Jahren. Auch die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen in Großbritannien mit 5,95 %, in Frankreich mit 5,45 % und in Deutschland mit 3,93 % erreichten langjährige Höchststände. Selbst in Japan, wo die Zinsen seit langer Zeit in der Nähe von null lagen, stiegen die Renditen 30-jähriger Anleihen auf 4,21 %.

US-Staatsschulden übersteigen 40 Billionen US-Dollar
Ein Grund für den Zinsanstieg ist die hohe und weiter zunehmende Staatsverschuldung vieler Länder. In den USA überschritt die Bruttoverschuldung des Bundes im August erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar. Das ist mehr als 120 % des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts.
Gleichzeitig dürfte das Haushaltsdefizit 2026 bei knapp 6 % des BIP liegen. Verschärft wird das Problem dadurch, dass die Zinsausgaben des Bundes 2026 bereits mehr als 3 % des BIP ausmachen und damit sogar die US-Verteidigungsausgaben übersteigen. Eine Wende hin zu niedrigeren Haushaltsdefiziten ist bislang nicht erkennbar.
Europäisches Sorgenkind Frankreich
Die Kombination aus hohen Staatsschulden und hohen Staatsdefiziten kennzeichnet die Finanzpolitik vieler entwickelter Länder. In der EU hat mittlerweile Frankreich Italien und Griechenland als Hauptsorgenkind abgelöst. Der Renditeaufschlag (Spread) französischer gegenüber deutschen Staatsanleihen ist im Quartal auf deutlich über einen Prozentpunkt gestiegen. Dabei wirft die französische Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr ihren Schatten voraus. Hier droht nach aktuellen Umfragen eine Stichwahl zwischen der Rechtsextremen Marine Le Pen und dem Linksaußen Jean-Luc Mélenchon.
KI-Investitionen und Inflation erhöhen den Zinsdruck
Zusätzlicher Druck auf die Zinsen weltweit entsteht durch die enormen Investitionen in Rechenzentren und andere Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI). Allein die großen Technologieunternehmen dürften 2026 mehr als 700 Milliarden US-Dollar investieren. Obwohl die Hyperscaler wie Amazon, Microsoft, Meta (Facebook) und Alphabet (Google) über hohe eigene Mittel verfügen, greifen sie zur Finanzierung zunehmend auch auf die Anleihemärkte zurück. Damit konkurrieren Unternehmen und Staaten stärker um das Kapital der Anlegerinnen und Anleger, was insbesondere bei langfristigen Anleihen zu höheren Zinsen beiträgt.
Ölpreis treibt Inflation an
Schließlich tragen die erneut angefachte Inflation und die dadurch ausgelöste Reaktion der Notenbanken zum Zinsanstieg bei. Ein Haupttreiber der Inflation bleibt – nach weiteren Angriffen auf die Energieinfrastruktur und die Seewege im Nahen Osten – der im 3. Quartal stark gestiegene Ölpreis. Die Sorte Brent kletterte im September zeitweise auf über 100 US-Dollar je Barrel. Als Folge der anziehenden Energiekosten zog die Inflationsrate in den USA im August auf 3,4 % an, im Euroraum auf 3,8 % im September.
Notenbanken reagieren
Auf die steigende Inflation reagierten die Notenbanken mit einer deutlichen Kehrtwende. Die US-Notenbank Fed erhöhte ihren Leitzins im September erstmals seit drei Jahren um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 %. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan hoben ihre Zinsen an. Besonders bemerkenswert ist, wie schnell sich die Erwartungen verändert haben: Noch zu Jahresbeginn rechneten die Märkte mit zwei Zinssenkungen der Fed im Laufe des Jahres. Inzwischen hat die Fed bereits einmal erhöht und signalisiert für 2026 eine weitere Anhebung.
Euro fällt leicht gegenüber US-Dollar
Aus der Hoffnung auf fallende Zinsen ist damit innerhalb weniger Monate die Erwartung weiter steigender Zinsen geworden. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen stiegen dementsprechend im Quartal von 4,15 % auf 4,88 %, die 10-jähriger Anleihen von 4,44 % auf 5,28 %. In Europa ist die Zinsentwicklung ähnlich, jedoch nicht so ausgeprägt. Daher fiel der Euro im Quartal leicht um 0,6 %.
US-Regierung greift in die Märkte ein
US-Finanzminister Scott Bessent versucht inzwischen aktiv, den Anstieg der langfristigen Zinsen zu begrenzen. Anfang August intervenierten die USA gemeinsam mit Japan am Devisenmarkt, um den Verfall des Yen gegenüber dem US-Dollar aufzuhalten. Damit sollte auch verhindert werden, dass Japan zur Stützung seiner Währung größere Bestände an US-Staatsanleihen verkaufen muss.
Wenige Wochen später kündigte Bessent zudem an, die Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen deutlich auszuweiten. Beide Maßnahmen konnten die Zinsentwicklung nicht aufhalten. Gleichzeitig sorgten die ungewöhnlich direkten Eingriffe bei den Anlegern für zusätzliche Verunsicherung und Zweifel daran, ob sich der Zinsanstieg ohne eine Verbesserung der zugrunde liegenden Haushalts- und Inflationsprobleme dauerhaft begrenzen lässt.
Aktienmärkte trotzen den hohen Zinsen
Trotz steigender Zinsen und höherer Energiepreise hielten sich die Aktienmärkte im 3. Quartal überraschend robust. Der Technologie-Index Nasdaq Composite erreichte im September sogar ein neues Rekordhoch. Auch der breite US-Index S&P 500 blieb nahe seinen Höchstständen aus dem August. Beide Indizes legten im Quartal ca. 2 % zu. Gestützt wurden die Kurse vor allem durch starke Unternehmensgewinne und die weiterhin hohen Erwartungen an künstliche Intelligenz. Die Warnungen vor einer möglicherweise schwer zu kontrollierenden KI, die auch von den Entwicklern selbst mit mahnenden Worten geäußert werden, beeinflussen die Märkte bisher kaum.
Gemischtes Bild außerhalb der USA
In anderen Weltregionen konnten Aktien ihr Kursniveau im Quartal nicht ganz halten. Der Gegenwind durch höhere Inflation und steigende Zinsen wurde dort weniger durch große, wachstumsstarke Technologieunternehmen ausgeglichen. Der STOXX Europe 600 verlor rund 1 %, ebenso der Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets in US-Dollar. In Japan belastete zusätzlich der stärkere Yen die Aktienmärkte. Der Nikkei 225 verlor im Quartal fast 5 %.

Klassische ETF-Strategien
Die klassischen ETF-Strategien wurden im 3. Quartal 2026 stark von der Entwicklung bei den Anleihen beeinflusst. Allein die reine Aktienstrategie konnte so ein Plus erzielen.*
- grow0: - 3,95 %
- grow20: -3,03 %
- grow30: -2,55 %
- grow50: - 1,68 %
- grow70: -0,69 %
- grow100: + 0,58 %

Nachhaltige ETF-Strategien
Bei den nachhaltigen ETF-Strategien machte sich im 3. Quartal 2026 stark die Entwicklung bei Anleihen bemerkbar. Allein die reine Aktienstrategie konnte ein Plus erzielen.*
- green0: -3,81 %
- green20: -2,97 %
- green30: - 2,54 %
- green50: -1,71 %
- green70: - 0,86 %
- green100: + 0,40 %

Geldmarkt-ETFs
Die Entwicklung der Strategie mit Geldmarkt-ETFs profitierte von den Steigerungen bei Zinsen. Sie erzielte im 3. Quartal 2026 ein Plus.*
- growCash: + 0,40 %

*Die Performance zeigt jeweils die Entwicklung einer Einmalanlage zu Quartalsbeginn. Berücksichtigt sind die maximalen Kosten. Für Investments ab 50.000 Euro, die ETF-Rentenversicherung oder Sparpläne ergibt sich eine abweichende Rendite. Hier gibt es die vollständige Wertentwicklung.
ETFs und Anlageklassen: Entwicklung im Überblick
- Staatsanleihen
(alle Strategien außer grow100, growgreen100, growCash)
Die steigenden Zinsen wirkten sich stark auf die ETFs aus, die Euro-Staatsanleihen abbilden. Der Wert von Anleihen mit geringeren Zinskupons sinkt, wenn neue Anleihen mit höheren Zinssätzen ausgegeben werden. - Unternehmensanleihen
(alle Strategien außer grow100, growgreen100, growCash)
Die steigenden Zinsen wirkten sich stark auf die ETFs aus, die Euro-Unternehmensanleihen abbilden. Der Wert von Anleihen mit geringeren Zinskupons sinkt, wenn neue Anleihen mit höheren Zinssätzen ausgegeben werden. - Geldmarkt und kurz laufende Anleihen
(nur growCash)
Geldmarkt-ETFs und kurzfristige Anleihen waren leicht im Plus – hier machte sich das gestiegene Zinsniveau positiv bemerkbar. - Weltweite Aktien
(alle Strategien außer grow0, growgreen, growCash)
Bei der Entwicklung von Aktien im 3. Quartal 2026 zeigen sich regionale Unterschiede – hier bewährt sich die Diversifikation über mehrere Regionen.
Am stärksten entwickelten sich die ETFs auf japanische und pazifische Aktien (+ 6,86 % und +4,62% in Euro).
Der ETF auf US-Aktien erzielte ein Plus von 1,62 % in US-Dollar. Durch den gestiegenen Wert des US-Dollars ergab sich für Anlegerinnen und Anleger von growney mit +2,45 % in Euro ein deutlicheres Plus.
Eine leicht negative Performance ergab sich im 3. Quartal 2026 für die ETFs auf Aktien aus den Schwellenländern (-0,18 % in Euro) und aus Kanada (- 0,59 %).
Für die ETFs auf europäische Aktien ergab sich ein Minus von 1,54 % bzw. 2,08 %. Der weltweite ETF auf kleine börsennotierte Unternehmen erzielte -3,56 % in Euro.
Nachhaltige Aktien
(alle Strategien außer growgreen0, grow, growCash)
Bei den nachhaltigen Aktien-ETFs fällt die Performance je nach Region sehr unterschiedlich aus. Die Strategien profitieren von der breiten weltweiten Verteilung.
Besonders stark entwickelten sich nachhaltige Aktien aus der Pazifik-Region – mit einem Plus von 7,50 %. Durch den gestiegenen Kurs des US-Dollars ergab sich für Anlegerinnen und Anleger von growney in Euro ein Plus von 8,38 %.
Der nachhaltige ETF auf Aktien aus Schwellenländern erzielte in Euro ein Plus von 3,19 %.
Negativ entwickelten sich hingegen die nachhaltigen ETFs auf Aktien in den USA (-1,51 % in Euro) und auf europäische Aktien (-2,09 % bzw. -2,85 %)
Starke Servicequalität: rund 155 Auszeichnungen für growney
Klarer Testsieger ist growney erneut beim Thema Kundenservice. Börse online hebt im Ergebnisbericht hervor:
Bei den telefonischen Anfragen verbrachten die Tester im Durchschnitt rund drei Minuten in der Warteschleife. Am schnellsten nahm der Kundenservice von growney die Anrufe entgegen. Die durchschnittliche Wartezeit lag dort bei acht Sekunden. (…) Damit zeigen sich auch beim Kundenservice Unterschiede zwischen den Anbietern insbesondere bei Erreichbarkeit und Reaktionszeit. In der Kategorie Kundenservice belegte growney den ersten Platz.“
growney kann damit sein hervorragendes Ergebnis für den Kundenservice aus den Vorjahren unterstreichen.
Weitere Auszeichnungen für unsere Geldanlage und die hohe Servicequalität in den vergangenen drei Monaten:
- Capital (5 von 5 Sternen)
- FocusMoney (Hohe Empfehlung und Topnote digitaler Service)
- ntv (gute Noten für klassische und nachhaltige Geldanlage).
- Deutsche Qualitäts- und Bewertungsgesellschaft (Preis-Leistungs-Sieger)
- FAZ Institut (Champion der Kundenbetreuung)
Was ändert sich bei growney?
- Änderungen bei den Aktien-ETFs
In allen ETF-Portfolios mit Aktienanteil setzt growney künftig teilweise auf ETFs, die KI-Analyse nutzen. Ziel ist ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis nach Kosten. Der Tausch erfolgt automatisch. Für die ETF-Vermögensverwaltung wurde er im September gestartet und wird Mitte Oktober abgeschlossen sein. Für die ETF-Rentenversicherung folgt die Änderung in Kürze. Wie die KI-Analyse funktioniert und wie Anlegerinnen und Anleger davon profitieren, ist hier ausführlich beschrieben.
- Datenschutz
Im September 2026 haben wir unsere Datenschutzerklärung angepasst. Die aktuelle Version findest Du stets unter growney.de/legal/datenschutz.
- Neuer Kundenbereich
Die ersten Kundinnen und Kunden nutzen bereits unsere neue Plattform: im frischen neuen Design und mit schnellerer Verarbeitung und Anzeige von Aufträgen. Die Umstellung weiterer Kundengruppen erfolgt nach und nach ab Ende November.
Der Wert Deiner Kapitalmarktanlage kann fallen oder steigen.
