Hohe Volatilität an den Märkten: Unser Quartalsbericht Q1/2026
In Kürze
- Aktien mit Verlusten wegen des Iran-Kriegs
- Ölpreis deutlich gestiegen
- Zinsen steigen, Anleihen fallen
- Trumps Zollpolitik sorgt zusätzlich für Unruhe
- Klassische Portfolios mit leichtem Minus
- Auch nachhaltige Geldanlage negativ
- Geldmarkt-ETFs erzielen ein Plus
- Blick auf die Anlageklassen
- Was ist neu bei growney?
Geopolitik treibt die Märkte: Aktien mit Verlusten wegen des Iran-Kriegs
Die globalen Finanzmärkte wurden im ersten Quartal stark vom Nahen Osten geprägt. Bereits im Januar verschärfte die gewaltsame Niederschlagung landesweiter Proteste im Iran die politische Lage. Am 28. Februar 2026 begannen dann die USA und Israel großangelegte Angriffe auf iranische Ziele. Dabei wurde Irans religiöses Oberhaupt Ali Chamenei getötet. Teheran attackierte mit Raketen- und Drohnenangriffen Israel und weitere Ziele in der Region. Wenige Tage später wurde sein Sohn Mojtaba Chamenei zum neuen Obersten Führer ernannt.
Straße von Hormus betroffen: Ölpreis deutlich gestiegen
Die Aufmerksamkeit der Anlegerinnen und Anleger richtete sich anschließend vor allem auf die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge werden normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots transportiert.
Für etwas mehr als fünf Wochen war die Passage weitgehend blockiert, da Schiffe von iranischen Einheiten angegriffen wurden und Schiffsversicherungen kaum noch zur Verfügung stehen. Der Ölpreis zog daraufhin deutlich an. Der globale Richtpreis Brent stieg zwischenzeitlich auf fast 120 US-Dollar je Barrel und schloss das Quartal bei knapp über 100 US-Dollar. Damit lag er rund 70 % über dem Niveau zu Jahresbeginn.
Sorge vor Stagflation
Der starke Anstieg des Ölpreises schürte an den Märkten rasch neue Sorgen um Inflation und Wirtschaftswachstum. Höhere Energiekosten verteuern nicht nur Benzin und Heizen, sondern auch Transport, Produktion und viele Vorprodukte. Das belastet Unternehmen und schmälert zugleich die Kaufkraft der Verbraucher. Genau darin liegt die Gefahr einer Stagflation: Die Preise steigen, während sich das Wirtschaftswachstum abschwächt. Anhaltend hohe Ölpreise könnten zu einer solchen Stagflation führen.
Entsprechend reagierten die Aktienmärkte empfindlich auf jede drohende Eskalation – besonders in Europa und Asien, die stark von Energieimporten abhängen. Hinweise auf eine Entspannung ließen die Kurse dagegen steigen – das zeigte sich auch nach der Verkündung eines zweiwöchigen Waffenstillstands vom 8. April. Die Volatilität an den Märkten bleibt hoch.
Zinsen steigen, Anleihen fallen: Zinssenkungen unwahrscheinlicher
Die Folgen waren auch an den Devisen- und Zinsmärkten spürbar. Der US-Dollar legte zu, da Anleger in unsicheren Zeiten sichere Häfen suchen und die USA als Nettoenergieexporteur vergleichsweise robust erscheinen. Gleichzeitig dämpften die steigenden Öl- und Gaspreise die Erwartungen an rasche Zinssenkungen. Höhere Energiepreise treiben die Inflation und begrenzen den Spielraum der Notenbanken für eine lockerere Geldpolitik.
Zinssenkungen in den USA und Europa rückten damit vorerst in weite Ferne. Entsprechend stiegen die Renditen: Die 2-jährigen US-Staatsanleihen legten im Quartal um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 % zu, die 10-jährigen um 0,16 Prozentpunkte auf 4,32 %. Auch im Euroraum zogen die Zinsen an. Die Inflation stieg von 1,9 % im Februar auf 2,5 % im März.

Schwellenländer im Auf und Ab
Auch in den Schwellenländern zeigte sich ein gemischtes Bild. China startete mit überraschend starken Exportzahlen ins Jahr und profitierte von der hohen Nachfrage nach Elektronik, Chips und anderen Industriegütern. Im Inland bleibt die Lage jedoch angespannt: Der Konsum ist schwach, und die Regierung peilt für 2026 ein geringeres Wachstum als im Vorjahr an.
In vielen anderen Schwellenländern verzeichneten die Aktienmärkte in den ersten beiden Monaten ebenfalls deutliche Kursgewinne. Im März gerieten sie jedoch als Folge des Iran-Kriegs unter Druck. Der hohe Ölpreis, der stärkere US-Dollar und steigende Finanzierungskosten belasteten Währungen, Wachstum und Zinssenkungserwartungen. Besonders energieabhängige Länder reagierten empfindlich auf diesen externen Schock.
Japan nach neuen Höchstständen ebenfalls unter Druck
Japan zählte zu Jahresbeginn zu den stärkeren Aktienmärkten. Die vorgezogene Unterhauswahl Anfang Februar brachte Premierministerin Sanae Takaichi und ihrer Koalition einen klaren Sieg und damit ein starkes politisches Mandat. Die Börse reagierte positiv. Der Nikkei 225 stieg nach der Wahl auf neue Rekordstände und lag Ende Februar mit fast 17 % im Plus.
Erst mit der Eskalation im Nahen Osten drehte die Stimmung. Da Japan in hohem Maß von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängt, reagierte der Markt empfindlich auf die gestiegenen Ölpreise.
Iran-Krieg und Börse
Trumps Zollpolitik kann nicht beruhigen
Die US-Handelspolitik blieb ein wichtiges Thema für die Finanzmärkte. Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte im Februar weite Teile von US-Präsident Donald Trumps „globalen Notstandszöllen“ für rechtswidrig. Das nahm zunächst etwas Druck von den Märkten, da ein Teil der bisherigen Zollbelastung juristisch wegfiel.
Die Unsicherheit blieb jedoch hoch, da die US-Regierung kurz darauf neue Handelsuntersuchungen einleitete und nach anderen Wegen suchte, den Zollkonflikt fortzusetzen. US-Präsident Trump drohte direkt mit weltweiten Zöllen in Höhe von 10 %, später sogar 15 %. Für Unternehmen wie für Anlegerinnen und Anleger bleibt das Thema damit ein anhaltender Risikofaktor.
KI führt zu starken Umschichtungen
Das Thema Künstliche Intelligenz sorgte im ersten Quartal für deutliche Verschiebungen innerhalb der Aktienindizes. Vor allem Software-, Datenanalyse- und Dienstleistungsunternehmen verloren teils stark an Börsenwert. Der deutsche Softwarekonzern SAP etwa halbierte sich gegenüber seinem Allzeithoch im Juni 2025 fast.
Auslöser waren neue Werkzeuge des KI-Unternehmens Anthropic. Sie automatisieren zunehmend Programmieraufgaben, die bisher als schwer ersetzbar galten. Damit stehen einige etablierte Geschäftsmodelle plötzlich stärker infrage. Anlegerinnen und Anleger schichteten deshalb einen Teil ihres Kapitals in Unternehmen um, die als weniger anfällig für diese Entwicklung gelten. Gefragt waren vor allem Firmen mit physischen Vermögenswerten, stabilen Cashflows und hoher wirtschaftlicher Bedeutung, etwa aus den Bereichen Energie, Rohstoffe, Industrie und Versorger.
Entwicklung der bekanntesten Indizes im ersten Quartal
Insgesamt entwickelten sich die Aktienmärkte im ersten Quartal 2026 schwach. Der US-amerikanische S&P 500 verlor 4,6 %, der technologielastige Nasdaq 100 fast 6 %. Der europäische Stoxx 600 gab 1,5 % nach, während der Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets (in US-Dollar) nur leicht um 0,5 % fiel.

Der japanische Nikkei 225 gab seine zwischenzeitlichen Gewinne weitgehend wieder ab und schloss letztlich mit einem Plus von 1,4 %.
Am Devisenmarkt wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar um 1,9 % ab und fiel auf 1,15 US-Dollar je Euro.
Anleihen gaben aufgrund der steigenden Zinsen ebenfalls nach.
Klassische ETF-Portfolios*
Die einzelnen ETF-Anlagestrategien entwickelten sich im ersten Quartal wie folgend:
- grow0: - 0,87 %
- grow20: - 0,82 %
- grow30: - 0,82 %
- grow50: - 0, 71 %
- grow70: - 0,73 %
- grow100: - 0,55 %

Nachhaltige ETF-Portfolios*
Die nachhaltigen ETF-Anlagestrategien entwickelten sich im ersten Quartal wie folgend:
- growgreen0: - 0,93 %
- growgreen20: - 0,98 %
- growgreen30: - 1,01 %
- growgreen50: - 1,07 %
- growgreen70: - 1,12 %
- growgreen100: - 1,20 %

Geldmarkt-ETFs* im Plus
Die growney-Anlagestrategie mit Geldmarkt-ETFs entwickelte sich positiv:
- growCash: + 0,27 %

* Die Performance zeigt jeweils die Entwicklung einer Einmalanlage bei maximalen Kosten. Für Investments ab 50.000 Euro, die ETF-Rentenversicherung oder Sparpläne ergibt sich eine abweichende Rendite. Hier gibt es die vollständige Wertentwicklung.
Blick auf einzelne ETFs und Anlageklassen
Staatsanleihen
(alle Strategien außer grow100, growgreen100, growCash)
Die Sorge vor einer höheren Inflation ließ die Kurse bisheriger Staatsanleihen sinken. Die Anleihen verlieren an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen und frische Anleihen höhere Zinssätze versprechen. Das zeigte sich für klassische Staatsanleihen-ETFs etwas stärker als für ETFs auf Green Bonds und nachhaltige Euro-Staatsanleihen.Unternehmensanleihen
(alle Strategien außer grow100, growgreen100, growCash)
Auch Unternehmensanleihen litten in Folge des Iran-Kriegs unter den Inflations-Sorgen. Für den ETFs auf klassische und nachhaltige Unternehmensanleihen galt das gleichermaßen.Geldmarkt und kurz laufende Anleihen
(nur growCash)Kurzfristige Anleihen und Geldmarkt-ETFs profitierten hingegen von der Erwartung steigender Zinsen. Sie waren klar im Plus.
Weltweite Aktien
(alle Strategien außer grow0, growgreen, growCash)Aktien-ETFs wurden unterschiedlich durch den Iran-Krieg beeinflusst.
Deutlich positiv entwickelten sich im ersten Quartal 2026 die ETFs auf pazifische Aktien (+ 4,98 % in Euro) und japanische Aktien (+ 3,04 %).
Positiv entwickelte sich auch der ETF auf kleinere Unternehmen: + 3,45 %. Der Aktien-ETF auf Emerging Markets lag mit 1,88 % im Plus.
Der ETF auf kanadische Aktien erzielte zwar in US-Dollar ein leichtes Minus (- 0,09 %). Durch den starken Anstieg des US-Dollar ergab sich für growney-Anleger aber eine positive Entwicklung in Euro (+1,52 %).Der Einfluss des Iran-Kriegs und der Sorge um eine sichere Energieversorgung zeigte sich besonders stark bei den ETFs auf US-Aktien (- 2,64 % in Euro) und auf europäische Aktien (- 2,57 % bzw. -3,44 %). Durch die weltweite Diversifikation des Aktien-Investments konnte dieser Effekt aber abgemildert werden.

Nachhaltige Aktien
(alle Strategien außer growgreen0, grow, growCash)
Die ETFs auf nachhaltige Aktien aus dem pazifischen Raum und aus Schwellenländern entwickelten sich in US-Dollar negativ. Der gestiegene US-Dollar führte aber für growney-Anleger zu einem leicht positiven Ergebnis (+ 0,35 % bzw. + 1,02 %).
Negativ war hingegen die Entwicklung bei den ETFs auf nachhaltige US-Aktien (- 0,91 % in Euro) und auf nachhaltige Europa-Aktien (-4,55 % bzw. -7,18 %).
Was ist neu bei growney?
Neue Auszeichnungen für growney bestätigen den Anspruch, unseren Kundinnen und Kunden hervorragenden Service und hochwertige Produkte zu bieten. Seit Marktstart vor knapp 10 Jahren hat growney mehr als 130 Auszeichnungen erhalten.
Neue Auszeichnungen im ersten Quartal 2026:
- Top-Note hervorragend für Firmendepots und nachhaltige Geldanlage (Robo-Advisor-Test für FocusMoney). Sehr gut bewertet werden Performance, Risikooptimierung und Sicherheit
- Digital-Champion 2026
- Qualitätsurteil: Höchste Verbraucherorientierung
- Aufsteiger des Jahres 2026
- Champion des Jahres (Deutsche Qualitäts- & Bewertungsgesellschaft)
Werbeprämie: 200 Euro
Derzeit lohnt es sich besonders, neue Kundinnen und Kunden für growney zu werben. Es gibt 200 Euro Prämie. Voraussetzung: Die/der Geworbene investiert bis 31.05.2026 mindestens 50.000 € in ETFs (ETF-Vermögensverwaltung, ETF-Rentenversicherung oder Geldmarkt-ETFs).
So geht es
Der Wert Deiner Kapitalmarktanlage kann fallen oder steigen.
