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Für wen ist das Altersvorsorgedepot? Vor- und Nachteile

Es tut sich etwas bei der privaten Altersvorsorge: Mit Zulagen und Steuererleichterungen soll künftig die Vorsorge mit ETFs gefördert werden. Was ist ein Altersvorsorgedepot genau? Wer kann es anbieten? Und welche staatliche Förderung gibt es für Altersvorsorgedepots?

Ein Gesetzentwurf sieht vor, dass ein sogenanntes Altersvorsorgedepot 2027 die Riester-Rente ablösen wird. Insgesamt soll private Vorsorge einfacher, transparenter und günstiger werden.

Die Idee hinter dem Altersvorsorgedepot: Bundesregierung und Gesetzgeber wollen Anreize schaffen, das Investieren für eine zusätzliche private Rente attraktiver zu machen. Die Instrumente dafür:

  • Steuerliche Vorteile für das Altersvorsorgedepot

  • Förderung durch Zulagen, abhängig vom Beitrag

  • Zuschläge für Eltern und unter 25-Jährige

  • Vorgaben zu Risiken und teilweise auch zu Kosten für das Altersvorsorgedepot

     

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Ein Altersvorsorgedepot ermöglicht es, mit einem Sparplan oder durch kleinere Zuzahlungen steuerbegünstigt Geld für das Alter anzulegen. Auf die Einzahlungen gibt es dabei staatliche Zuschüsse. So entsteht eine Zusatzrente. Die Auszahlung muss zwischen 65 und 70 beginnen.

Die Idee für ein Altersvorsorgedepot hatte der damalige Finanzminister Christian Lindner im Sommer 2024 vorgelegt. Die aktuelle Bundesregierung hat den Plan 2025 aufgegriffen und einige Details verändert.

Ihr Altersvorsorgedepot können Anlegerinnen und Anleger entweder selbst managen oder z.B. einen digitalen Vermögensverwalter beauftragen, der sich bequem um alles kümmert.

Zur Frage „Was ist ein Altersvorsorgedepot?“ gehört auch das Thema Auszahlung: Das Geld kann ab dem 65. Lebensjahr ausgezahlt werden:

  • als Rente bis zum Lebensende
  • als monatlicher Auszahlplan bis mindestens 85
  • 30 % können direkt bei Start der Rentenphase ausgezahlt werden, für den Kauf einer Immobilie kann dieser Anteil erhöht werden

Auszahlungen sind immer voll mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern. Bei Auszahlung vor dem 65. Lebensjahr sind erhaltene Zulagen und Steuervorteile in voller Höhe zu erstatten.

Altersvorsorgedepot: Bundesregierung legt Details fest

Definiert ist dabei, welche Geldanlagen in einem Altersvorsorgedepot vorkommen dürfen und welche zu risikoreich sind.

Vorgeschriebene Garantien – wie sie bei der Riester-Rente gelten – gibt es nicht.

Die Kosten für ein Standardprodukt, das in Aktien und Anleihen investiert, dürfen maximal 1,50 % pro Jahr betragen.

Im Gegensatz zu klassischen Versicherungen muss ein Altersvorsorgedepot digital zu eröffnen und zu verwalten sein.

Welche staatliche Förderung gibt es für Altersvorsorgedepots?

Anlegerinnen und Anleger profitieren dann nach aktuellem Stand von folgender Altersvorsorgedepot-Förderung:

  • 30 % Zulage auf Einzahlungen bis 1.200 € im Jahr (ab 2029: 35 %)
  • 25 % Zulage für jedes Kind auf Einzahlungen bis 1.200 € im Jahr
  • 20 % Zulage auf Einzahlungen zwischen 1.200 und 1.800 €
  • 200 € Zulage im ersten Vertragsjahr für alle unter 25 Jahren
  • Beiträge bis zu 1.800 € im Jahr plus Zulagen lassen sich von der Einkommenssteuer absetzen

 

Beispiele: Welche staatliche Förderung gibt es für Altersvorsorgedepots?
(alle Werte nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Altersvorsorgedepot, aktueller Stand vom 15.12.2025)

Tabelle mit Beispiel: Was ist ein Altersvorsorgedepot, FörderungTabelle zeigt am Beispiel: Welche staatliche Förderung gibt es für Altersvorsorgedepots?
Vor- und Nachteile Altersvorsorgedepot: aktueller Stand und Details mit Beispiel

Die staatliche Förderung für Altersvorsorgedepots soll damit das bisherige System der Riester-Rente ersetzen. Neue Riester-Verträge sind also nach 2026 nicht mehr möglich. Besteht bereits ein Riester-Vertrag, so muss der Versicherer einen Wechsel zum Altersvorsorgedepot anbieten. Es ist auch der Wechsel zu einem neuen Anbieter möglich. Bei Verträgen, die mindestens 5 Jahre bestehen, ist der Wechsel kostenlos (ansonsten max. 150 €).

Altersvorsorgedepot: aktueller Stand

Geplanter Start für das Altersvorsorgedepot: 2027, direkt zu Jahresbeginn. Aber: Damit das Altersvorsorgedepot 2027 wirklich starten kann, muss der Gesetzentwurf im Jahr 2026 von Bundestag und Bundesrat angenommen werden.

Alle Dienstleister, die das Altersvorsorgedepot anbieten wollen, müssen zuvor eine Zertifizierung beantragen, um die verlangten Standards zu garantieren. Anbieter können Banken, Versicherungen, Neobroker, aber auch Vermögensverwalter und digitale Geldanlage-Plattformen wie growney sein. Die Anbieter kümmern sich darum, die Zahlung der Zulagen für das Altersvorsorgedepot zu beantragen.

Altersvorsorgedepot: Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Zinseszinseffekt kann durch Steuervorteile stärker wirken
  • Staatliche Zulagen (36 € bis max. 540 € im Jahr) plus Zulagen für Kinder
  • Einzahlungen lassen sich z.T. von der Steuer absetzen
  • Angespartes Vermögen für die Riester-Rente kann übertragen werden
  • Kosten für das Altersvorsorgedepot sind gesetzlich gedeckelt
  • Attraktiv auch für Unerfahrene und Sicherheitsorientierte

 

Nachteile

  • Sehr unflexibel
  • Mehr als 6.840 Euro im Jahr darf nicht eingezahlt werden
  • Auszahlungen vor dem 65. Lebensjahr sind „förderschädlich“
  • Selbständige sind von der Altersvorsorgedepot-Förderung ausgeschlossen
  • Auszahlung nur als lebenslange Rente oder Auszahlplan bis mindestens 85
  • Auszahlung muss in voller Höhe versteuert werden

 

Zusammenfassung

Betrachtet man alle Vor- und Nachteile, ergibt sich folgendes Bild: Das Altersvorsorgedepot bietet eine attraktive neue Möglichkeit, die Geldanlage an den Kapitalmärkten für die Rente zu nutzen.

Vor allem Menschen im Alter bis 45 Jahren können von Steuervorteilen und Zulagen für die Altersvorsorge profitieren. Wer älter ist, hat aufgrund der nachgelagerten Besteuerung deutlich geringere Vorteile. Insgesamt ist ein Altersvorsorgedepot relativ unflexibel, zusätzliche Einzahlungen sind nur bedingt möglich und eine vorzeitige Auszahlung bringt einige Nachteile.

Alternative: So kannst Du jetzt steueroptimiert vorsorgen

Schon jetzt gibt es attraktive Alternativen zum Altersvorsorgedepot. So lässt sich flexibel und steueroptimiert mit ETFs vorsorgen, wenn diese in eine ETF-Rentenversicherung integriert sind. Erträge müssen dann erst bei Auszahlung versteuert werden, das ermöglicht einen höheren Zinseszinseffekt.

Bei Ein- und Auszahlungen ermöglicht diese Alternative deutlich mehr Flexibilität: Es lassen sich problemlos größere Beträge zusätzlich einzahlen, die dann ebenso von Steuervorteilen profitieren. Auszahlungen sind auch in der Ansparphase einfach möglich.

Zusätzliche Vorteile:

  • Du kannst Dir direkt das ganze Vermögen auszahlen lassen.
  • Bist Du bei Auszahlung 62 oder älter und besteht der Vertrag mindestens 12 Jahre gilt das Halbeinkünfteverfahren: es muss also nur die Hälfte der Erträge versteuert werden.
  • Das Rentenalter ist frei wählbar (spätestens mit 85 Jahren).
  • Tritt der Todesfall in der Ansparphase und vor dem Alter von 75 Jahren ein, werden mindestens alle Beiträge ausgezahlt (zzgl. Zuzahlungen, abzgl. Teilauszahlungen). Ist das Fondsvermögen zu diesem Zeitpunkt höher, wird dieses gezahlt.

Für diese clevere Lösung musst Du nicht darauf warten, bis das Altersvorsorgedepot 2027 startet. Für alle, die gut abgesichert sein wollen, ist es ohnehin eine optimale Ergänzung für die Altersvorsorge.

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